Alles was Sie wissen müssen, wenn Sie einen Treppenlift in Stuttgart kaufen möchten.
Wussten Sie, dass die Stadt Stuttgart 60 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt – bis zu 10.000 Euro je Maßnahme und 30.000 Euro je Wohnung? Der Treppenlift ist in diesem Programm ausdrücklich als förderfähige Maßnahme genannt. Keine andere deutsche Großstadt gibt in dieser Größenordnung dazu. Der Haken ist nicht die Höhe, sondern die Reihenfolge und das Budget: Der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten vorliegen, die Mittel sind begrenzt, und für Eigentümer wie Mieter gilt eine Einkommensgrenze. Wer erst bestellt und dann fragt, bekommt nichts.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was ein Treppenlift in Stuttgart kostet, welche Töpfe sich kombinieren lassen und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten: Ein Sitzlift für eine gerade Treppe kostet rund 4.000 bis 8.000 Euro, für eine kurvige Treppe 8.000 bis 15.000 Euro. Plattformlifte für Rollstühle liegen darüber.
- Stadt Stuttgart: 60 bis 70 Prozent der förderfähigen Eigenanteilskosten, bis 10.000 Euro je Maßnahme und 30.000 Euro je Wohnung. Der Treppenlift wird ausdrücklich genannt.
- Pflegekasse: 4.180 Euro je pflegebedürftiger Person, ab Pflegegrad 1 – ohne Einkommensprüfung.
- Baden-Württemberg: Darlehen der L-Bank zu 1,00 Prozent; der Tilgungszuschuss von bis zu 1.500 Euro setzt die vollständige Umsetzung der DIN 18040-2 voraus und greift beim einzelnen Lift meist nicht.
- Antrag vor Baubeginn – bei der Stadt zwingend, und die Mittel sind begrenzt.
- KfW: Der Zuschuss ist seit Ende Juli 2026 gestoppt. Verfügbar bleibt der zinsverbilligte Kredit Nr. 159.
Was kostet ein Treppenlift in Stuttgart?
Der größte Preisfaktor ist der Treppenverlauf. Bei einer geraden Treppe wird eine Standardschiene abgelängt; bei Kurven, Podesten oder einer Wendelung muss die Schiene nach Aufmaß gefertigt werden. Das erklärt, warum sich die Preise fast verdoppeln können.
Richtwerte inklusive Montage. Stand: Oktober 2026.
Was den Preis zusätzlich beeinflusst: Länge der Fahrstrecke und Zahl der Etagen, Ausstattung wie klappbarer Sitz oder Fernbedienung, bauliche Anpassungen und der Aufwand beim Stromanschluss. Sonderanfertigungen und bauliche Veränderungen schlagen spürbar zu Buche.
In Stuttgart kommt ein Faktor hinzu, den andere Städte so nicht haben: die Hanglage. Viele Häuser in den Halbhöhenlagen, in Degerloch, Sillenbuch oder auf den Fildern sind über Außentreppen erschlossen – oft mehrere Stufen vom Gehweg zur Haustür, teils über Stützmauern. Der eigentliche Engpass ist dann nicht die Treppe im Haus, sondern der Weg dorthin. Dafür kommen Hublift oder Außen-Plattformlift infrage, und beide brauchen eine witterungsfeste Ausführung. Lassen Sie den Außenbereich beim Aufmaß von vornherein mitbetrachten, sonst zahlen Sie zweimal Anfahrt und Planung.
Im Innenbereich entscheidet der Gebäudetyp. In den Gründerzeitbeständen im Westen, Süden oder in Heslach sind die Treppenhäuser oft gewendelt und schmal; dort wird meist eine Sonderanfertigung nötig. In den Nachkriegs- und Siedlungsbeständen sind die Läufe überwiegend gerade. Als Faustregel gilt eine Treppenbreite ab etwa 70 Zentimetern – entscheidend ist aber, was neben dem geparkten Lift frei bleibt.
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift?
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift für 1 oder 2 Etagen?
Weiterführend: Treppenlifte für enge, schmale und steile Treppen: Anbieter, Kosten & Förderung
Lieferzeit und Montage: Gerade Lifte sind oft innerhalb weniger Wochen verfügbar und an einem halben bis ganzen Tag montiert. Kurvige Ausführungen brauchen wegen der maßgefertigten Schiene meist vier bis acht Wochen Vorlauf und entsprechend länger für die Montage.
Laufende Kosten: Die jährliche Wartung kostet rund 150 bis 300 Euro, bei Außenanlagen auch mehr. Der Stromverbrauch liegt meist unter 50 Euro im Jahr, die Akkus halten typischerweise vier bis sechs Jahre.
Mieten, kaufen oder gebraucht?

Die Miete kostet üblicherweise 50 bis 150 Euro im Monat plus einer einmaligen Pauschale für Ein- und Ausbau; viele Anbieter setzen eine Mindestlaufzeit von sechs bis zwölf Monaten an. Wartung ist meist enthalten.
Ob sich das rechnet, hängt an der voraussichtlichen Nutzungsdauer: Bei 100 Euro im Monat zuzüglich 1.500 Euro Einbaupauschale sind nach gut drei Jahren rund 5.100 Euro erreicht – ungefähr der Kaufpreis eines geraden Sitzlifts. Ab etwa drei Jahren wird Mieten teurer als Kaufen. Sinnvoll ist die Miete vor allem nach einer Operation oder in einer Reha-Phase.
Wichtig für die Förderung: Stadt und Pflegekasse bezuschussen die Anschaffung und den Einbau, nicht laufende Mietzahlungen. In Stuttgart verschenken Sie mit der Miete den mit Abstand größten Topf.
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift zur Miete?

Gebrauchte Lifte
Sind bei geraden Treppen eine sinnvolle Option. Rechnen Sie die Ersparnis ehrlich durch – Anpassung der Schiene, Transport, Montage und Prüfung reduzieren den Preisvorteil deutlich. Bei kurvigen Treppen scheitert der Gebrauchtkauf fast immer an der maßgefertigten Schiene.
Achten Sie auf den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung: Beim Händlerkauf gilt die gesetzliche Gewährleistung, die bei gebrauchten Sachen auf ein Jahr verkürzt werden kann. Eine Herstellergarantie darüber hinaus ist freiwillig. Beim Privatkauf entfällt die Gewährleistung in der Regel vollständig.
Zuerst beraten lassen: Werkstatt Wohnen und die Stadt

Bevor Sie Angebote einholen, lohnt ein Schritt, den viele überspringen.
Die Wohnberatung des DRK Kreisverbands Stuttgart betreibt eine Musterwohnung, die Werkstatt Wohnen. Dort lassen sich Lösungen ansehen, die allgemeine Beratung in der Musterwohnung ist kostenfrei. Es gibt eine offene Sprechstunde am ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr sowie Führungen vor Ort und per Videokonferenz. Analysiert werden Wohnräume, Bad, Küche, Treppenhaus, Garten und das Wohnumfeld – für Stuttgart mit seinen Außentreppen ein wichtiger Punkt.
Die individuelle Beratung bei Ihnen zu Hause ist kostenpflichtig: 150 Euro, mit der städtischen Bonuscard 75 Euro. Darin enthalten sind Anfahrt, Hausbesuch und ein ausführlicher Bericht. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten unter Umständen im Rahmen wohnumfeldverbessernder Maßnahmen – fragen Sie vorher bei Ihrer Kasse nach. Getragen wird die Stelle aus Mitteln der Pflegeversicherung und der Stadt Stuttgart.
- DRK Kreisverband Stuttgart, Wohnberatung, Henry-Dunant-Haus, Reitzensteinstraße 9, 70190 Stuttgart.
- Telefon 0711 2808-1334, -1331 oder -1335, wohnberatung@drk-stuttgart.de
Für die städtische Förderung ist eine eigene Stelle zuständig, bei der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung. Beratung nur nach telefonischer Terminvereinbarung.
Förderprogramm Barrierefreies und altersgerechtes Wohnen, Marktplatz 1, 70173 Stuttgart. Telefon 0711 21667168
Beim Antrag an die Pflegekasse hilft zusätzlich die Pflegeberatung Ihrer Kasse.
Förderung in Stuttgart

Stadt Stuttgart: 60 bis 70 Prozent, bis zu 10.000 Euro
Das ist der Stuttgarter Vorteil, und er ist beträchtlich. Das städtische Programm „Barrierefreies und altersgerechtes Wohnen" beteiligt sich an den Kosten:
- 60 bis 70 Prozent der förderfähigen Eigenanteilskosten bei Anpassungen in der Wohnung
- Höchstens 10.000 Euro je Maßnahme, höchstens 30.000 Euro je Wohnung
- 50 Prozent bei Maßnahmen im Außenbereich – für Stuttgarter Hanglagen der relevante Satz
- Pauschal 3.000 Euro je Wohnung bei Sanierung und Modernisierung
Treppenlifte und der Einbau eines Aufzugs sind ausdrücklich als förderfähige Maßnahmen genannt, ebenso Badumbauten, Türverbreiterungen, Terrassen- und Balkonzugänge.
Wer beantragen kann: Eigentümerinnen und Eigentümer selbstgenutzten Wohnraums, Eigentümergemeinschaften, private Vermieter, juristische Personen wie Wohnungsgenossenschaften – und für bestimmte Maßnahmen auch Mieterinnen und Mieter. Für Eigentümer und Mieter gilt eine Einkommensgrenze; deren Höhe nennt die Stadt auf der Übersichtsseite nicht, fragen Sie danach.
Zwei Dinge, an denen es scheitert: Der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten gestellt sein, und die Mittel sind begrenzt. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht, die Förderung ist freiwillig. Wer plant, sollte deshalb früh im Jahr fragen, nicht im Dezember.
Daneben gibt es das Programm „Stuttgart für alle inklusiv" mit bis zu 30.000 Euro für konkrete Barrierefreiheitsmaßnahmen. Es zielt stärker auf öffentlich zugängliche Bereiche, nennt Treppenlifte nicht ausdrücklich und befindet sich noch in der Richtlinienerstellung. Für den privaten Lift ist das erste Programm der richtige Weg.
Pflegekasse: 4.180 Euro je Person
Der Baustein, der ohne Einkommensprüfung funktioniert. Die Pflegekasse zahlt für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 Euro als einmaligen Zuschuss, nicht als Darlehen.
Der Betrag gilt pro pflegebedürftiger Person, nicht pro Gerät. Leben mehrere Menschen mit Pflegegrad im Haushalt, summiert sich der Anspruch: 8.360 Euro bei zwei Personen, 12.540 Euro bei drei und 16.720 Euro bei vier – das gesetzliche Maximum, das auch für Wohngruppen gilt. Jede Person stellt einen eigenen Antrag bei ihrer Pflegekasse.
Voraussetzungen: ein anerkannter Pflegegrad zwischen 1 und 5 sowie eine Maßnahme in der häuslichen Umgebung. Mieter brauchen die Zustimmung des Vermieters. Entscheidend ist, dass die Pflegekasse den Antrag vor dem Einbau bewilligt.
Der Zuschuss ist nicht einmalig. Er gilt je Maßnahme, nicht ein Mal im Leben. Ändert sich die Pflegesituation so, dass weitere Anpassungen nötig werden, können Sie ihn erneut beantragen – wer heute den Treppenlift bezuschusst bekommt, kann später für die bodengleiche Dusche wieder einen Antrag stellen.
Weiterführend: Bei welchem Pflegegrad bekommt man einen Treppenlift?
Weiterführend: Welche Förderprogramme gibt es für altersgerechtes Wohnen?
Weiterführend: Welche Zuschüsse gibt es für Treppenlifte bei Pflegegrad 1, 2, 3, 4 und 5?

Baden-Württemberg: beim Einzellift meist kein Thema
Das Land fördert über die L-Bank, aber die Konstruktion passt selten zum Treppenlift allein. Angeboten wird ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro zu 1,00 Prozent Sollzins, ergänzend zu einer Eigentumsfinanzierung oder über das Programm für Menschen mit Schwerbehinderung.
Der Tilgungszuschuss von 3 Prozent der förderfähigen Kosten ist auf 1.500 Euro gedeckelt und setzt die vollständige Umsetzung der DIN 18040-2 voraus – also eine durchgehend barrierefreie Wohnung, nicht eine Einzelmaßnahme. Wer ohnehin umfassend umbaut oder saniert, sollte die L-Bank einbeziehen. Für den einzelnen Lift lohnt der Aufwand in der Regel nicht.
Was mit der KfW ist
Der KfW-Zuschuss „Altersgerecht Umbauen – Barrierereduzierung" ist seit Ende Juli 2026 gestoppt. Die vom Bundesbauministerium für 2026 bereitgestellten Mittel sind vollständig mit Anträgen belegt, neue Anträge sind nicht möglich. Bestehende Zusagen bleiben gültig.
Zur Einordnung, falls das Programm erneut anläuft: Einzelmaßnahmen wurden zuletzt mit 10 Prozent der Kosten bis maximal 2.500 Euro gefördert, 6.250 Euro gab es nur für den Komplettstandard „Altersgerechtes Haus". Die häufig genannten 4.000 oder 5.000 Euro hat es beim KfW-Zuschuss nie gegeben – diese Beträge stammen aus dem Pflegekassenrecht.

Weiterhin verfügbar ist der zinsverbilligte KfW-Kredit Nr. 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Er steht Mietern, Vermietern und Eigentümern offen.
Weiterführend: Alles zur KfW-Förderung für Treppenlifte
Weitere Kostenträger und die Steuer

Die Krankenkasse zahlt in aller Regel nicht. Ein Treppenlift gilt nicht als Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung, weil er fest mit dem Gebäude verbunden ist.
Weiterführend: Alle Infos zur Treppenlift-Förderung durch Krankenkassen
Die Berufsgenossenschaft kommt infrage, wenn die Einschränkung Folge eines Arbeits- oder Wegeunfalls ist. Dann wird der Lift als Leistung zur Teilhabe übernommen, oft deutlich großzügiger als über die Pflegekasse.
Die Agentur für Arbeit, der Rentenversicherungsträger oder das Integrationsamt können im Einzelfall einspringen, wenn der Lift nötig ist, um den Arbeitsplatz zu erreichen oder die Erwerbstätigkeit zu erhalten. Für Menschen im Ruhestand kommt dieser Weg nicht infrage.
Das Sozialamt kann im Rahmen der Hilfe zur Pflege einspringen, wenn Einkommen und Vermögen nicht ausreichen. Diese Leistung ist nachrangig gegenüber allen anderen Töpfen.
Weiterführend: Übernimmt das Sozialamt die Kosten?
Steuerlich
Lässt sich der selbst getragene Teil als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn die medizinische Notwendigkeit nachgewiesen ist – das Finanzamt rechnet dabei eine zumutbare Eigenbelastung an. Alternativ können Sie die Lohnkosten des Einbaus als Handwerkerleistung ansetzen und 20 Prozent davon direkt von der Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 Euro im Jahr.
Geförderte Beträge zählen nicht mit, und beide Wege lassen sich für denselben Betrag nicht kombinieren. Lassen Sie sich die Rechnung so ausstellen, dass Arbeits- und Materialkosten getrennt ausgewiesen sind.
Weiterführend: Treppenlift von der Steuer absetzen
So gehen Sie in der richtigen Reihenfolge vor

Der häufigste und teuerste Fehler ist die falsche Reihenfolge: Wer den Lift bestellt und danach Anträge stellt, bekommt von keiner Stelle Geld – bei der Stadt Stuttgart ist das ausdrücklich geregelt.
Schritt 1 – Beratung
- Kostenfrei in der Werkstatt Wohnen, bei Bedarf als individueller Hausbesuch.
- Beziehen Sie den Außenbereich mit ein.
Schritt 2 – Zustimmung klären
- Bei Miet- oder Eigentumswohnung früh einholen; sie ist Voraussetzung für alle Anträge.
Schritt 3 – Kostenvoranschläge
- Zwei bis drei Angebote einholen, mit getrennt ausgewiesenen Material- und Lohnkosten.
Schritt 4 – Städtische Förderung beantragen
- Früh im Jahr, weil die Mittel begrenzt sind.
- Hier liegt der größte Betrag.
Schritt 5 – Pflegekasse
- Falls ein Pflegegrad vorliegt, parallel beantragen und die Bewilligung abwarten.
Schritt 6 – Auftrag erteilen
- Erst nach Eingang der Bewilligungen.
Rechnen Sie von der ersten Beratung bis zum fertigen Lift mit mehreren Wochen bis wenigen Monaten.
Welcher Lift passt zu Ihrer Treppe?

Der Sitzlift ist die häufigste Lösung für alle, die noch selbstständig sitzen und sich auf den Sitz setzen können. Die Schiene wird an den Stufen befestigt, nicht an der Wand – in Altbauten ein praktischer Vorteil.
Der Stehlift ist eine Variante für sehr schmale Treppenhäuser und für Menschen, denen das Hinsetzen schwerfällt, etwa bei versteiftem Hüft- oder Kniegelenk. Er braucht ausreichend Kopffreiheit.
Der Plattformlift befördert einen Rollstuhl samt Nutzer und ist typischerweise für Lasten bis rund 200 Kilogramm ausgelegt. Er braucht deutlich mehr Platz, ist aber die einzige Lösung für Menschen, die nicht umsetzen können.
Der Hublift überwindet geringe Höhen bis etwa 180 Zentimeter – in Stuttgart häufig die Lösung für die Stufen vom Gehweg zur Haustür.
Der Homelift fährt wie ein kleiner Aufzug senkrecht durch die Geschosse. Er braucht einen Deckendurchbruch und ist die teuerste Variante, dafür unabhängig vom Treppenverlauf.

Zur Sicherheitstechnik:
- Moderne Lifte stoppen über Sensoren am Fußbrett bei Hindernissen, laufen im Akkubetrieb auch bei Stromausfall und verfügen über einen Notablass.
- Bei Außenanlagen kommen witterungsfeste Elektronik und eine Abdeckung dazu.
- Lassen Sie sich diese Funktionen bei der Einweisung zeigen.
Was im Treppenhaus gilt

Im Mehrfamilienhaus entscheidet nicht der Geschmack, sondern das Bauordnungsrecht. Maßgeblich sind die Landesbauordnung Baden-Württemberg und die Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen, über die die DIN 18065 eingeführt ist.
Zwei Maße werden regelmäßig verwechselt. Die Mindestlaufbreite der Treppe beträgt 80 Zentimeter in Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und 100 Zentimeter darüber. Davon zu unterscheiden ist die Restlaufbreite: Neben dem hochgeklappten Sitz müssen 60 Zentimeter frei bleiben.
Wird der Lift über mehrere Geschosse geführt, muss in jedem Geschoss eine ausreichend große Wartefläche vorhanden sein – das entfällt, wenn die 60 Zentimeter neben dem benutzten Lift durchgehend gesichert sind. Die Mindestlaufbreite von 100 Zentimetern darf durch die Führungskonstruktion nicht wesentlich unterschritten werden. Dazu kommt: Im Störfall muss sich der Lift auch von Hand ohne größeren Aufwand in die Parkposition fahren lassen, und er muss aus nichtbrennbaren Materialien bestehen, soweit das technisch möglich ist.
Bei Außenanlagen auf eigenem Grund ist die Lage meist einfacher. Steht der Lift aber im Bereich öffentlicher Verkehrsflächen oder greift er in eine Stützmauer ein, klären Sie das vorab mit dem Baurechtsamt.
Weiterführend: Treppenlifte für enge, schmale und steile Treppen: Anbieter, Kosten & Förderung
Genehmigung, Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft

Im eigenen Einfamilienhaus ist für einen Treppenlift in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Eine Ausnahme ist der Denkmalschutz. Bei Eingriffen in ein geschütztes Treppenhaus ist eine denkmalrechtliche Abstimmung erforderlich. Ein Lift an der Treppenwange ist meist unproblematisch, Eingriffe in ein historisches Geländer dagegen nicht.
Als Mieterin oder Mieter haben Sie nach § 554 BGB einen Anspruch darauf, dass der Vermieter einer angemessenen baulichen Veränderung zur barrierefreien Nutzung zustimmt. Der Anspruch richtet sich auf die Erlaubnis, nicht auf eine Kostenübernahme. Der Vermieter kann einen Rückbau beim Auszug verlangen – lassen Sie sich die Vereinbarung schriftlich geben.
Weiterführend: Ist ein Treppenlift genehmigungspflichtig?
Weiterführend: Wann darf der Vermieter den Einbau eines Treppenlifts verweigern?
In Stuttgart lohnt dabei ein Hinweis: Das städtische Programm steht auch privaten Vermietern und Wohnungsgenossenschaften offen, für bestimmte Maßnahmen zudem Mietern selbst. Sprechen Sie das aktiv an, statt nur auf das Gesetz zu verweisen.
In einer Eigentümergemeinschaft haben Sie seit der Reform des Wohnungseigentumsrechts nach § 20 WEG einen vergleichbaren Anspruch: Angemessene bauliche Veränderungen für die Barrierefreiheit können Sie verlangen, müssen sie aber selbst bezahlen. Auch Eigentümergemeinschaften sind in Stuttgart antragsberechtigt – das kann die Zustimmung in der Versammlung erleichtern. Planen Sie den zeitlichen Vorlauf ein.
Weiterführend: Treppenlift im WEG-Recht – Was gilt für Eigentümergemeinschaften?
Anbieter in Stuttgart: worauf Sie achten sollten

Der Treppenlift-Markt ist stark von Vermittlern geprägt. In Branchenverzeichnissen finden sich viele Einträge mit „Stuttgart" im Firmennamen – dahinter stehen häufig Vermittlungsgesellschaften, die Ihre Anfrage weiterreichen, nicht der Betrieb, der am Ende montiert und wartet.
Statt einzelne Betriebe anzufragen, können Sie über unseren kostenlosen Vergleich Angebote mehrerer geprüfter Anbieter erhalten und Preise und Leistungen direkt gegenüberstellen.
Wartung und Lebensdauer

Ein Treppenlift hält bei regelmäßiger Wartung 15 bis 20 Jahre. Die jährliche Wartung umfasst die Prüfung von Antrieb, Schiene, Sicherheitssensoren und Akkus und kostet rund 150 bis 300 Euro; bei Außenanlagen wird meist ein halbjährliches Intervall empfohlen – in Stuttgart mit seinen Außentreppen betrifft das viele Anlagen.
Die Akkus sind das Verschleißteil:
- Sie halten typischerweise vier bis sechs Jahre, der Austausch liegt im niedrigen dreistelligen Bereich.
- Klären Sie vor dem Kauf, wie lange der Hersteller Ersatzteile vorhält.
Fazit

Stuttgart ist beim Treppenlift die am besten geförderte Großstadt im Vergleich. 60 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten, bis zu 10.000 Euro je Maßnahme, und der Treppenlift steht ausdrücklich in der Liste. Bei Außenmaßnahmen – in Hanglagen oft der entscheidende Punkt – sind es 50 Prozent.
Zwei Bedingungen entscheiden darüber, ob Sie davon profitieren: Der Antrag muss vor Baubeginn vorliegen, und die Mittel sind begrenzt. Fragen Sie früh im Jahr nach, nicht wenn der Lift schon ausgesucht ist.
Die Pflegekasse zahlt 4.180 Euro ohne Einkommensprüfung, sobald ein Pflegegrad vorliegt, und wiederholbar, wenn sich die Pflegesituation ändert. Die L-Bank-Förderung lohnt beim einzelnen Lift meist nicht, weil der Tilgungszuschuss die vollständige Umsetzung der DIN 18040-2 voraussetzt und bei 1.500 Euro endet.
Der KfW-Zuschuss steht derzeit nicht zur Verfügung – rechnen Sie ihn nicht ein.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Treppenlift in Stuttgart?
Ein Sitzlift für eine gerade Treppe kostet rund 4.000 bis 8.000 Euro, für eine kurvige Treppe 8.000 bis 15.000 Euro. Plattformlifte liegen bei 9.000 bis 20.000 Euro. Hinzu kommen rund 150 bis 300 Euro Wartung im Jahr.
Wie viel zahlt die Stadt Stuttgart?
60 bis 70 Prozent der förderfähigen Eigenanteilskosten, höchstens 10.000 Euro je Maßnahme und 30.000 Euro je Wohnung. Bei Maßnahmen im Außenbereich sind es 50 Prozent. Treppenlifte und der Einbau eines Aufzugs sind ausdrücklich als förderfähig genannt.
Können Mieter die städtische Förderung beantragen?
Für bestimmte Maßnahmen ja. Antragsberechtigt sind außerdem Eigentümer, Eigentümergemeinschaften, private Vermieter und Wohnungsgenossenschaften. Für Eigentümer und Mieter gilt eine Einkommensgrenze – erfragen Sie die aktuelle Höhe bei der Förderstelle.
Muss ich den Antrag vor dem Kauf stellen?
Ja, bei allen Programmen. Bei der Stadt Stuttgart ist das ausdrücklich geregelt: Der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten vorliegen. Die Mittel sind zudem begrenzt, und es gibt keinen Rechtsanspruch.
Wie viel zahlt die Pflegekasse?
4.180 Euro je pflegebedürftiger Person, ab Pflegegrad 1 und unabhängig vom Lifttyp. Bei mehreren Berechtigten im Haushalt summiert sich der Betrag bis zum gesetzlichen Maximum von 16.720 Euro. Der Zuschuss gilt je Maßnahme und lässt sich bei veränderter Pflegesituation erneut beantragen.
Lohnt sich die Förderung der L-Bank?
Beim einzelnen Treppenlift meist nicht. Das Darlehen läuft zu 1,00 Prozent, der Tilgungszuschuss ist aber auf 1.500 Euro gedeckelt und setzt die vollständige Umsetzung der DIN 18040-2 voraus. Bei einem umfassenden Umbau lohnt die Prüfung.
Gibt es noch KfW-Förderung?
Der Zuschuss ist seit Ende Juli 2026 gestoppt. Bestehende Zusagen bleiben gültig. Der zinsverbilligte KfW-Kredit Nr. 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit steht weiterhin zur Verfügung und ist auch für Mieter zugänglich.
Was gilt bei Außentreppen am Hang?
In Stuttgart ist oft der Weg zur Haustür das eigentliche Hindernis. Dafür kommen Hublift oder Außen-Plattformlift infrage, beide in witterungsfester Ausführung. Die Stadt fördert Außenmaßnahmen mit 50 Prozent. Lassen Sie den Außenbereich beim Aufmaß mitbetrachten.
Wo bekomme ich in Stuttgart Beratung?
In der Werkstatt Wohnen, der Musterwohnung der DRK-Wohnberatung – die allgemeine Beratung dort ist kostenfrei, mit offener Sprechstunde am ersten Donnerstag im Monat. Ein individueller Hausbesuch kostet 150 Euro, mit Bonuscard 75 Euro.
Wie breit muss meine Treppe sein?
Zwei Maße sind zu unterscheiden: Die Mindestlaufbreite der Treppe beträgt 80 Zentimeter bei bis zu zwei Wohnungen und 100 Zentimeter darüber. Neben dem hochgeklappten Sitz müssen zusätzlich 60 Zentimeter Restlaufbreite frei bleiben, sonst ist in jedem Geschoss eine Wartefläche nötig.
Zahlt die Krankenkasse einen Treppenlift?
In aller Regel nicht, weil er fest mit dem Gebäude verbunden ist und damit nicht als Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenversicherung gilt. Anders liegt der Fall bei einem Arbeits- oder Wegeunfall – dann ist die Berufsgenossenschaft zuständig.
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