Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte sinnvoll? – Absicherung bei Dienstunfähigkeit

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte sinnvoll? – Absicherung bei Dienstunfähigkeit

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Wussten Sie, dass etwa jeder vierte Beamte vorzeitig aus dem Dienst ausscheidet – häufig wegen Krankheit oder Unfall? Viele verlassen sich auf die staatliche Versorgung. Doch gerade in den ersten Dienstjahren entstehen erhebliche Lücken. Denn Beamte werden nicht berufsunfähig, sondern dienstunfähig – und die staatliche Absicherung greift je nach Status sehr unterschiedlich.

Ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel (DU-Klausel) sinnvoll ist, hängt daher stark von Alter, Status und familiärer Situation ab. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann staatliche Leistungen ausreichen – und wann eine private Absicherung in Form einer BU empfehlenswert ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beamte gelten im Leistungsfall als dienstunfähig, nicht berufsunfähig
  • Beamte auf Widerruf oder Probe erhalten kein Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit
  • Mindestversorgung bei weniger als 5 Dienstjahren: ca. 35 % der letzten Bezüge (rund 1.800 € brutto)
  • Maximal möglich: 71,75 % nach 40 Dienstjahren
  • Eine BU mit echter DU-Klausel leistet bereits bei Feststellung durch den Dienstherrn
  • Besonders sinnvoll für junge Beamte, Polizisten, Lehrer und Beamte mit Familie

Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Dienstunfähigkeit

Die Begriffe werden oft verwechselt – rechtlich sind sie jedoch klar getrennt.

Berufsunfähigkeit (BU)

Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann. Grundlage dafür ist der § 172 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetz.

Gut zu wissen: Das betrifft sowohl Angestellte als auch Selbstständige.

Dienstunfähigkeit (DU)

Die Dienstunfähigkeit wird vom Dienstherrn – meist durch einen Amtsarzt – festgestellt. Maßgeblich ist, ob der Beamte seine dienstlichen Pflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen kann.

Die Rechtsgrundlage dafür ist das Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG).

Warum eine DU-Klausel entscheidend ist

Eine reine BU-Versicherung prüft selbstständig, ob eine 50 %-Berufsunfähigkeit vorliegt.

Ohne eine spezielle DU-Klausel könnte es passieren, dass:

  • Der Dienstherr Dienstunfähigkeit feststellt
  • Der Versicherer aber keine Berufsunfähigkeit anerkennt

Eine echte DU-Klausel stellt somit klar: Wird die Dienstunfähigkeit vom Dienstherrn festgestellt, zahlt die Versicherung ohne eine zusätzliche Prüfung.

Staatliche Absicherung im Überblick

Staatliche Absicherung im Überblick
Bild: Checkfox.de

Wie hoch die staatliche Versorgung ausfällt, hängt stark vom Beamtenstatus ab.

Beamtenstatus Anspruch auf Ruhegehalt Typische Höhe Versorgungslücke
Auf Widerruf (z. B. Anwärter) Kein Anspruch Sehr hoch
Auf Probe Kein Anspruch (außer bei Dienstunfall) Sehr hoch
Auf Lebenszeit (unter 5 Dienstjahre) Mindestversorgung mind. 35 % der ruhegehaltfähigen Bezüge (oft ca. 1.800–2.100 € brutto*) Groß
Auf Lebenszeit (ab 5 Dienstjahre) 1,79375 % pro ruhegehaltfähigem Dienstjahr max. 71,75 % nach 40 Dienstjahren Je nach Dienstzeit weiterhin relevant

Wichtiger Hinweis: Die ersten fünf Jahre als Beamter auf Lebenszeit sind versorgungsrechtlich die kritischsten.

Gerade junge Beamte tragen ein erhebliches Risiko. Ein 25-jähriger Polizeibeamter auf Probe erhält im Fall der Dienstunfähigkeit keine staatliche Versorgung.

Unsere Meinung:

Die staatliche Absicherung ist besser als bei Angestellten – aber keineswegs lückenlos. Besonders in den ersten 10–20 Dienstjahren kann eine erhebliche Einkommensdifferenz entstehen.

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte wirklich sinnvoll?

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte wirklich sinnvoll?
Bild: Checkfox.de

Ob eine BU mit Dienstunfähigkeitsklausel sinnvoll ist, hängt stark vom Status und der persönlichen Situation ab. Besonders sinnvoll ist eine solche Versicherung für:

Beamte auf Widerruf (Anwärter)

  • Hier besteht kein Anspruch auf ein Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit.
  • Fällt ein Anwärter krankheitsbedingt aus, droht die Entlassung ohne einen Versorgungsanspruch.

Beamte auf Probe

  • Auch hier gibt es grundsätzlich keinen Anspruch auf Ruhegehalt, außer bei einem Dienstunfall.
  • Gerade in den ersten Jahren ist die Absicherung daher besonders wichtig.

Polizeibeamte & Feuerwehr

  • Das Risiko der Dienstunfähigkeit ist hier deutlich erhöht.
  • Körperliche Anforderungen und psychische Belastungen führen häufiger zu vorzeitigen Ausscheidungen.

Lehrerinnen und Lehrer

  • Lehrkräfte zählen statistisch zu den Berufsgruppen mit erhöhter Dienstunfähigkeitsquote.
  • Psychische Belastungen sind hier erfahrungsgemäß das größte Problem.

Beamte mit Familie oder Immobilienkredit

  • Die Fixkosten laufen weiter – unabhängig vom Beamtenstatus.
  • Somit macht eine Absicherung auf jeden Fall Sinn.

Beamte auf Lebenszeit mit über 20 Dienstjahren

  • Hier ist die staatliche Versorgung bereits höher.
  • Dennoch kann die Differenz zwischen Netto-Gehalt und Ruhegehalt mehrere Hundert Euro betragen.

Kosten einer DU-Versicherung

Kosten einer DU-Versicherung
Bild: Checkfox.de

Die Beiträge einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte mit Dienstunfähigkeitsklausel hängen ab von:

  • Eintrittsalter
  • Gesundheitszustand
  • Beruf (z. B. Polizei vs. Verwaltung)
  • Rentenhöhe
  • Laufzeit

Beispielbeiträge (mit echter DU-Klausel, bis 67)

Profil Alter DU-Rente Monatsbeitrag (ca.)
Lehramtsanwärter (Beamter auf Widerruf) 23 1.200 € 20–35 €
Polizeibeamter auf Probe 26 1.500 € 50–85 €
Verwaltungsbeamter (gehobener Dienst) 30 1.500 € 30–55 €
Beamter auf Lebenszeit 35 2.000 € 75–130 €

Vergleich DU vs. normale BU für Beamte

Kriterium Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) Normale BU für Beamte
Leistungsauslöser Feststellung der Dienstunfähigkeit durch den Dienstherrn 50 % Berufsunfähigkeit laut Versicherer-Gutachten
Prüfung der Arbeitsfähigkeit Keine eigene Prüfung durch den Versicherer bei echter DU-Klausel Versicherer prüft selbst (medizinisch + beruflich)
Absicherung speziell für Beamte Ja – auf beamtenrechtliche Versorgung abgestimmt Nein – allgemeine BU-Logik
Sicherheit im Leistungsfall Sehr hoch (bei „echter“ DU-Klausel) Abhängig von der BU-Prüfung des Versicherers
Leistung bei Versetzung in den Ruhestand wegen DU Zahlt in der Regel automatisch Nicht garantiert
Beitragsniveau Etwas höher Etwas günstiger
Sinnvoll für Anwärter, Beamte auf Probe und Lebenszeit Nur eingeschränkt empfehlenswert
Versorgungslücke Beamte auf Widerruf / Probe Sehr gut abgesichert Hohe Lücke möglich
Komplexität der Bedingungen DU-Klausel entscheidend Standard-BU-Bedingungen

Für Beamte ist eine echte DU-Klausel der entscheidende Unterschied:

Nur sie sorgt dafür, dass die Rente bereits dann gezahlt wird, wenn der Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt – ohne zusätzliche BU-Prüfung durch den Versicherer. Eine normale BU kann günstiger sein, bietet aber im Ernstfall deutlich weniger Sicherheit.

Steuerliche Aspekte

  • Die Beiträge gelten als sonstige Vorsorgeaufwendungen
  • Absetzbar bis 1.900 € jährlich (bei PKV-Versicherten häufig bereits ausgeschöpft)
  • Die BU-/DU-Rente wird nur mit dem Ertragsanteil versteuert

Rechtsgrundlage für die Besteuerung ist das Einkommensteuergesetz.

Weiterführend: Berufsunfähigkeitsversicherung & Steuern: Beiträge absetzen und BU-Rente richtig versteuern

Fazit: Für viele Beamte sinnvoll – besonders in frühen Dienstjahren

Fazit: Für viele Beamte sinnvoll – besonders in frühen Dienstjahren
Bild: Checkfox.de

Die staatliche Versorgung ist besser als bei Angestellten – aber nicht lückenlos. Besonders sinnvoll ist eine BU mit echter DU-Klausel für:

  • Beamte auf Widerruf und Probe
  • Junge Lebenszeitbeamte
  • Beamte mit finanziellen Verpflichtungen

Weniger zwingend, aber dennoch prüfenswert ist sie für Beamte mit langer Dienstzeit und hoher Ruhegehaltsperspektive.

Ihr nächster Schritt:

Ein strukturierter Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung mit DU-Klausel zeigt Ihnen, welche Tarife aktuell eine echte DU-Anerkennung bieten und wie hoch Beiträge realistisch ausfallen.

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Häufig gestellte Fragen

Reicht die Beamtenversorgung nicht aus?

In den ersten Dienstjahren meist nicht. Es besteht oft kein oder nur ein geringer Anspruch.

Was ist eine echte DU-Klausel?

Sie verpflichtet den Versicherer, die Entscheidung des Dienstherrn zur Dienstunfähigkeit anzuerkennen.

Ist eine BU bei Lebenszeitbeamten noch nötig?

Oft weniger dringend, aber Versorgungslücken können weiterhin bestehen.

Wie hoch sollte die DU-Rente sein?

Empfohlen werden 60–80 % des Nettoeinkommens bzw. die Deckung der Fixkosten.

Was kostet eine DU-Versicherung?

Je nach Alter und Status ab etwa 20–75 € monatlich in jungen Jahren.

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Quellenverweise

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