Wussten Sie, dass rund jeder Vierte vor dem Rentenalter berufsunfähig wird? Gleichzeitig liegt die durchschnittliche gesetzliche Erwerbsminderungsrente bei nur etwa 1.041 € im Monat . Für viele reicht das nicht aus, um Miete, Kredit oder Familie abzusichern. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke – doch was kostet sie wirklich?
In diesem Ratgeber erfahren Sie transparent und aktuell, welche Faktoren die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflussen, welche Durchschnittswerte realistisch sind und wie Sie Ihre BU-Kosten sinnvoll einordnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Beiträge starten für junge Akademiker ab ca. 25–40 € monatlich
- Handwerker zahlen häufig 2–3× mehr als Büroangestellte
- Das Alter beim Abschluss ist der größte Hebel für günstige Beiträge
- Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern können bis zu 100 % betragen
- Netto- und Bruttobeitrag unterscheiden sich deutlich
- Ein individueller Vergleich spart Ihnen langfristig mehrere Tausend Euro
Welche Faktoren bestimmen die Kosten einer BU?
Die Beitragshöhe ist individuell kalkuliert. Versicherer bewerten mehrere Risikofaktoren – und gewichten sie unterschiedlich stark.
Alter beim Abschluss
Je jünger Sie sind, desto günstiger ist der Beitrag zur BU.
- Beispiel: Ein 20-Jähriger zahlt oft ab etwa 25 € monatlich, während ein 40-Jähriger schnell 80 € oder mehr zahlt.
- Der Grund: Mit steigendem Alter nimmt das statistische Erkrankungsrisiko zu.
Beruf & Risikoklasse
Versicherer teilen die Berufe in verschiedene Risikoklassen ein.
- Büroangestellte und Akademiker: niedrigeres Risiko
- Pflegekräfte und Handwerker: höheres Risiko
- Dachdecker oder Gerüstbauer: besonders hohe Einstufung
Die Unterschiede sind deutlich.
Unverbindliche Beispielbeiträge (Stand 2026) für eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 € monatlich bei Eintrittsalter 30, Laufzeit bis 67 Jahre und ohne relevante Vorerkrankungen. Der tatsächliche Beitrag hängt von Gesundheitszustand, Versicherer, Tarif und Berufsgruppeneinstufung ab.
Gesundheitszustand
Vorerkrankungen können:
- zu Risikozuschlägen führen
- Leistungsausschlüsse nach sich ziehen
- im Extremfall zur Ablehnung führen
Nichtraucher zahlen laut unserer Marktanalysen teilweise bis zu 20 % weniger.
Höhe der BU-Rente
Je höher die gewünschte Monatsrente, desto höher der Beitrag.
Empfohlen werden etwa 70–80 % des Nettoeinkommens.
Beispielbeiträge (Stand 2026) für eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Eintrittsalter ca. 20–25 Jahre, Laufzeit bis 67 Jahre, akademischer Büroberuf und ohne relevante Vorerkrankungen. Der tatsächliche Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand, Tarifqualität und Versicherer ab.
Laufzeit & Dynamik
- Laufzeit bis 67 Jahre = Standard
- Verkürzung auf 65 senkt Beiträge um etwa 10–20 %
- Die Beitragsdynamik erhöht langfristig die Kosten, schützt aber vor Inflation
Ein wichtiger Punkt: Selbst bei identischen Leistungen unterscheiden sich Beiträge je nach Versicherer deutlich. Genau hier lohnt sich ein strukturierter Vergleich – nicht nur beim Preis, sondern auch bei den Bedingungen.
Durchschnittliche Kosten 2026 – konkrete Beispiele nach Alter & Beruf

Die Frage „Was kostet eine BU?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Dennoch zeigen aktuelle Marktdaten klare Richtwerte (Stand Februar 2026).
Durchschnittswerte nach Alter
Je früher der Abschluss, desto niedriger ist der Beitrag – dauerhaft.
Beispielbeiträge (Stand 2026) für eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 € monatlich bei Büroberuf, Laufzeit bis 67 Jahre und ohne relevante Vorerkrankungen. Der tatsächliche Beitrag hängt von Gesundheitszustand, Versicherer und Tarifgestaltung ab.
Wichtiger Hinweis: Ein später Abschluss kann über die gesamte Laufzeit Mehrkosten im fünfstelligen Bereich verursachen.
Durchschnittswerte nach Beruf
Die Risikoklasse hat großen Einfluss. Körperlich belastende Berufe zahlen deutlich höhere Beiträge als Akademiker oder Büroangestellte.
Unverbindliche Beispielbeiträge (Stand 2026) für eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 € monatlich bei Eintrittsalter 30, Laufzeit bis 67 Jahre und ohne relevante Vorerkrankungen. Der tatsächliche Beitrag hängt von Gesundheitszustand, Versicherer, Tarifqualität und Berufsgruppeneinstufung ab.
Gerade bei risikoreicheren Berufen lohnt sich ein genauer Vergleich. Unterschiede von mehreren hundert Euro pro Jahr sind keine Seltenheit.
Warum unterscheiden sich Beiträge zwischen Anbietern so stark?

Selbst bei ähnlichen Leistungen können die Beiträge um bis zu 100 % variieren. Dafür gibt es mehrere Gründe.
1. Unterschiedliche Risikokalkulation
- Jeder Versicherer bewertet die Berufe und Gesundheitsrisiken etwas anders.
- Ein Informatiker kann bei Anbieter A in einer besseren Risikogruppe eingestuft sein als bei Anbieter B – mit spürbarem Einfluss auf den Beitrag.
2. Überschussbeteiligung
Viele Versicherer arbeiten mit einem Brutto- und einem Nettobeitrag:
- Bruttobeitrag = vertraglich garantierter Höchstbeitrag
- Nettobeitrag = aktuell reduzierter Zahlbeitrag durch Überschüsse
Hohe Überschüsse führen zu niedrigen Nettobeiträgen – sind aber nicht garantiert.
3. Vertragsbedingungen
Tarife mit besseren Leistungen sind oft teurer, zum Beispiel bei:
- umfangreicher Nachversicherung
- erweiterten Karrieregarantien
- weltweitem Schutz
- verbesserter Leistungsprüfung
Günstige Tarife können hier Einschränkungen enthalten.
4. Zielgruppenstrategie des Versicherers
Einige Anbieter kalkulieren bewusst aggressiv für bestimmte Berufsgruppen (z. B. Akademiker), während andere sich stärker auf handwerkliche Berufe spezialisieren.
Genau deshalb reicht es nicht, nur auf den günstigsten Beitrag zu schauen. Entscheidend ist das Verhältnis von Preis und Leistung.
Wichtiger Tipp: Ein strukturierter Vergleich zeigt Ihnen transparent, welcher Tarif zu Ihrer Berufsgruppe und Situation passt – und wo Sie unnötige Mehrkosten vermeiden können.
Netto- vs. Bruttobeitrag einfach erklärt

Viele Angebote zur Berufsunfähigkeitsversicherung zeigen zwei Beiträge: den Bruttobeitrag und den Nettobeitrag. Der Unterschied ist wichtig – vor allem bei der langfristigen Kostenplanung.
Was ist der Bruttobeitrag?
Der Bruttobeitrag ist der vertraglich garantierte Höchstbeitrag. Er steht im Versicherungsschein und bildet die rechtliche Obergrenze.
Diesen Beitrag kann der Versicherer verlangen, wenn Überschüsse sinken.
Was ist der Nettobeitrag?
Der Nettobeitrag (auch Zahlbeitrag genannt) ist der aktuell zu zahlende Beitrag nach Verrechnung von Überschüssen.
In vielen Fällen liegt er deutlich unter dem Bruttobeitrag.
Sinken die Überschüsse, kann der Nettobeitrag bis zum Bruttobeitrag steigen – nicht darüber hinaus.
Worauf sollten Sie achten?
- Wie groß ist die Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag?
- Wie stabil sind die Überschüsse des Versicherers?
- Ist der Tarif auch mit höherem Beitrag noch tragbar?
Wichtiger Hinweis: Ein sehr niedriger Nettobeitrag wirkt attraktiv. Entscheidend ist jedoch, ob Sie im Worst Case auch den Bruttobeitrag dauerhaft zahlen könnten.
Steuerliche Behandlung der BU 2026

Auch steuerlich spielt die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rolle – sowohl in der Ansparphase als auch im Leistungsfall.
Beiträge steuerlich absetzen
Beiträge gelten als sogenannte „sonstige Vorsorgeaufwendungen“.
- Angestellte: bis 1.900 € jährlich
- Selbstständige: bis 2.800 € jährlich
In der Praxis sind diese Höchstbeträge häufig bereits durch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ausgeschöpft.
Eine Kombination mit einer Basisrente (Rürup) kann höhere Absetzbarkeit ermöglichen.
Besteuerung der BU-Rente
Die BU-Rente ist 2026 zu 84 % steuerpflichtig.
Allerdings gilt:
- Liegt das Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 €), fällt keine Einkommensteuer an.
- Die tatsächliche Steuerlast hängt von Ihrer individuellen Situation ab.
Wichtig für Ihre Planung
- Nettorente realistisch kalkulieren
- Steuerliche Auswirkungen berücksichtigen
- Kombination mit Altersvorsorge prüfen
Gerade bei höheren BU-Renten lohnt sich eine vorausschauende Planung.
Spartipps: So senken Sie Ihre BU-Kosten nachhaltig

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig – aber sie muss bezahlbar bleiben. Mit den richtigen Stellschrauben können Sie die Beiträge deutlich beeinflussen.
1. Früh abschließen
- Der größte Hebel ist das Eintrittsalter.
- Ein Abschluss in den 20ern kann im Vergleich zu einem Einstieg mit 35 oder 40 Jahren mehrere tausend Euro über die Laufzeit sparen .
2. Berufsgruppe prüfen
Manche Versicherer stufen Berufe unterschiedlich ein. Ein Anbieter kann Sie günstiger bewerten als ein anderer.
Ein Vergleich lohnt sich besonders bei:
- Akademikern
- IT-Berufen
- Selbstständigen
- Misch-Tätigkeiten (z. B. Meister mit Büroanteil)
3. Die Laufzeit bewusst wählen
- Standard ist Schutz bis 67 Jahre.
- Eine Verkürzung auf 65 kann Ihre Beiträge um etwa 10–20 % senken .
Achtung: Kürzere Laufzeiten können eine Versorgungslücke zur Altersrente erzeugen.
4. Rentenhöhe realistisch kalkulieren
- Empfohlen sind 70–80 % des Nettoeinkommens.
- Eine zu hohe Rente verteuert den Beitrag unnötig – eine zu niedrige Rente gefährdet Ihren Lebensstandard.
5. Dynamik sinnvoll einsetzen
- Eine Beitrags- und Leistungsdynamik schützt vor Inflation.
- Wer Kosten sparen möchte, kann eine moderate Dynamik wählen oder Erhöhungen situativ anpassen.
6. Anonyme Risikovoranfrage nutzen
- Bei Vorerkrankungen empfiehlt sich eine anonyme Voranfrage.
- So vermeiden Sie unnötige Ablehnungen oder Risikozuschläge in Ihrer Versicherungsakte.
7. Angebote vergleichen
Preisunterschiede zwischen Anbietern können bis zu 100 % betragen .
Ein strukturierter Vergleich zeigt:
- reale Zahlbeiträge
- garantierte Höchstbeiträge
- Leistungsqualität
- Stabilität des Versicherers
Gerade bei langfristigen Verträgen entscheidet nicht nur der Preis – sondern das Gesamtpaket.
Fazit: Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich?

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen stark von Alter, Beruf, Gesundheit und Rentenhöhe ab.
Junge Akademiker zahlen häufig zwischen 30 und 60 € monatlich, während körperlich Tätige deutlich höhere Beiträge einplanen müssen .
Wichtig ist:
- Nicht nur auf den Nettobeitrag schauen
- Leistungsumfang prüfen
- Anbieter vergleichen
- Beitrag langfristig tragbar kalkulieren
Eine BU ist keine Renditeanlage, sondern eine Existenzabsicherung. Wer sein Einkommen sichern möchte, sollte die Kosten im Verhältnis zum möglichen finanziellen Schaden betrachten.
Was nun?
Mit unserem neutralen Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie Tarife transparent gegenüberstellen und passende Angebote finden – abgestimmt auf Ihre Berufs- und Lebenssituation.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet eine BU im Durchschnitt?
Für junge Büroangestellte starten Beiträge bei etwa 30–50 € monatlich. Handwerker oder Pflegekräfte zahlen häufig 100–250 € oder mehr .
Warum ist die BU für Handwerker teurer?
Versicherer kalkulieren nach statistischem Risiko. Körperlich belastende Berufe haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für Berufsunfähigkeit – deshalb steigen die Beiträge.
Kann der Beitrag später steigen?
Der Nettobeitrag kann bis zum vertraglich festgelegten Bruttobeitrag steigen. Eine Erhöhung darüber hinaus ist nicht möglich.
Lohnt sich eine BU trotz hoher Kosten?
Das hängt von Ihrer Einkommensabhängigkeit ab. Wer ohne sein Arbeitseinkommen in finanzielle Schwierigkeiten gerät, sollte eine Absicherung ernsthaft prüfen.
Wie kann ich meine BU günstiger machen?
Früher Abschluss, realistische Rentenhöhe, Anbieter-Vergleich und gesunder Lebensstil sind die wichtigsten Hebel zur Beitragsoptimierung.




