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Wussten Sie, dass eine zu enge Treppe kein Ausschlussgrund ist? Wenn neben dem Lift nicht genug Platz bleibt, erlaubt das Bauordnungsrecht einen zweiten Weg: eine Wartefläche in jedem Geschoss, auf der jemand einem herankommenden Treppenlift ausweichen kann. Entscheidend ist also nicht, wie breit Ihre Treppe ist, sondern was neben dem Lift frei bleibt – und ob Sie in einem Einfamilienhaus wohnen oder in einem notwendigen Treppenraum.
Diese Seite erklärt die Regeln, die darüber entscheiden, nennt die echten Mindestmaße je Lifttyp und sagt, wo die Grenze tatsächlich liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Maßgeblich ist die Restlaufbreite, nicht die Treppenbreite: In notwendigen Treppenräumen sind in der Regel 60 Zentimeter neben dem Lift freizuhalten – zusätzlich darf die Schiene das Lichtraumprofil um höchstens 20 Zentimeter einengen.
- Werden die 60 Zentimeter nicht erreicht, ist stattdessen in jedem Geschoss eine Wartefläche nachzuweisen.
- Im Einfamilienhaus greifen die strengen Anforderungen meist nicht – sie gelten für notwendige Treppenräume, nicht für Treppen innerhalb einer Wohnung.
- Echte Mindestmaße: Stehlift ab etwa 50 bis 60 Zentimetern, Sitzlift ab etwa 70, Plattformlift ab etwa 80.
- Steile Treppen sind selten das Problem: Die Norm erlaubt bis 75 Grad Neigung.
- Förderung: bis zu 4.180 Euro von der Pflegekasse. Der KfW-Zuschuss ist seit Ende Juli 2026 gestoppt.
Die Frage ist nicht, wie breit Ihre Treppe ist
Wer bei einem Anbieter anruft, bekommt meist eine Zahl genannt – 70 Zentimeter, 62 Zentimeter, 80 Zentimeter. Diese Zahlen beschreiben, was das Gerät braucht. Ob der Lift zulässig ist, entscheidet etwas anderes.
Mindestlaufbreite und Restlaufbreite
Zwei Maße werden fast überall vermischt, und die Verwechslung macht aus machbaren Treppen unmögliche.
Die Mindestlaufbreite ist eine Anforderung an die Treppe selbst, unabhängig vom Lift. Nach DIN 18065 beträgt sie 80 Zentimeter in Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und für Treppen innerhalb einer Wohnung, ansonsten 100 Zentimeter. Das ist ein Wert aus dem Bestand – Ihre Treppe hat ihn, oder sie hat ihn nicht, und ein Lift ändert daran nichts.
Die Restlaufbreite ist das, was neben dem Lift frei bleibt. Nur sie wird durch den Einbau verändert, und nur sie ist die eigentliche Hürde.
Die 60-Zentimeter-Regel
In notwendigen Treppenräumen – also dort, wo die Treppe Teil des ersten Rettungswegs ist – verlangen die Verwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen in der Regel eine Restlaufbreite von 60 Zentimetern. Und zwar in zwei Situationen: neben dem benutzten Lift während der Fahrt und neben dem hochgeklappten Sitz, wenn der Lift leer in die Parkposition fährt.
Diese 60 Zentimeter sind aber kein allgemeiner Mindestwert, unter den man die Treppe beliebig einengen darf. Daneben gilt eine zweite Grenze: Die Mindestlaufbreite der Treppe – im Mehrfamilienhaus 100 Zentimeter – darf durch die Führungskonstruktion „nicht wesentlich unterschritten werden". Hinnehmbar ist eine Einschränkung des Lichtraumprofils von höchstens 20 Zentimetern Breite und 50 Zentimetern Höhe, solange Treppenlauflinie und Gehbereich unverändert bleiben. Eine Schiene, die 40 Zentimeter in den Lauf ragt, ist also unzulässig, auch wenn daneben noch 60 Zentimeter frei sind.
Und eine Voraussetzung, die über die Zulässigkeit in gemischt genutzten Häusern entscheidet: Die Erleichterung für Treppenlifte gilt nur, wenn die Treppe ausschließlich Wohnungen oder vergleichbare Nutzungen erschließt. Wird über dieselbe Treppe auch eine Praxis oder ein Büro erreicht, greift sie nicht.
Ein Hinweis zur Geltung:
- Diese Werte stammen aus der nordrhein-westfälischen Fassung.
- Jedes Land hat seine eigene Verwaltungsvorschrift, abgeleitet aus der Muster-Verwaltungsvorschrift des Deutschen Instituts für Bautechnik, und die Fassungen weichen ab.
- Fragen Sie bei knappen Verhältnissen bei der unteren Bauaufsichtsbehörde nach.
Hinzu kommt eine Regel für den geparkten Zustand:
- Der Lift darf den Treppenlauf im unteren Bereich um höchstens etwa 20 Zentimeter Breite und 50 Zentimeter Höhe einschränken, und auch das nur, solange Lauflinie und Gehbereich unverändert bleiben.
- Praktisch heißt das: Die Schiene darf an der Wange liegen, der eingeklappte Sitz darf nicht in den Gehbereich ragen.
Weil die Verwaltungsvorschriften Landesrecht sind, unterscheiden sich die Formulierungen und teils die Werte. Die landesspezifischen Angaben finden Sie auf unseren Städteseiten.
Die Wartefläche: der Ausweg, den kaum jemand nennt
Wird die Restlaufbreite von 60 Zentimetern nicht erreicht, ist der Einbau nicht automatisch ausgeschlossen. Dann ist stattdessen in jedem Geschoss eine ausreichend große Wartefläche nachzuweisen – eine Fläche, auf der eine Person stehen und einem herankommenden Lift ausweichen kann.
Das ist die wichtigste Information auf dieser Seite, und sie fehlt auf den meisten Anbieterseiten. Wer die 60 Zentimeter nicht schafft, sollte nicht aufgeben, sondern mit dem Fachbetrieb und gegebenenfalls der Bauaufsicht klären, ob die Podeste als Warteflächen taugen. In Altbauten mit großzügigen Treppenabsätzen ist das häufig der Fall – gerade dort, wo die Läufe selbst eng sind.
Die Ausnahme, die für die meisten Leser gilt
Die strengen Anforderungen betreffen notwendige Treppenräume. Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 – also im Wesentlichen Einfamilien- und kleine Zweifamilienhäuser – und für Treppen innerhalb einer Wohnung greift die Ausnahme.
Wenn Sie also im eigenen Haus eine Treppe ins Obergeschoss haben, ist die 60-Zentimeter-Frage in der Regel keine behördliche, sondern eine praktische: Kommen die übrigen Bewohner noch bequem vorbei? Das ist eine Komfortfrage, keine Genehmigungsfrage.
Was im Mehrfamilienhaus zusätzlich gilt
Hier wird es anspruchsvoller, weil die Treppe als Rettungsweg dient. Neben der Restlaufbreite gelten weitere Anforderungen: Der Lift soll, soweit technisch möglich, aus nicht brennbaren Materialien bestehen. Er muss sich bei einer Störung ohne großen Aufwand von Hand bewegen lassen. Und er muss gegen unbefugte Nutzung gesichert sein – in öffentlich zugänglichen Bereichen schreibt die Produktnorm dafür einen Schlüsselschalter vor.
Dazu kommt die eigentumsrechtliche Seite: In der Wohnungseigentümergemeinschaft brauchen Sie einen Beschluss nach § 20 Abs. 2 WEG, in der Mietwohnung die Zustimmung der Vermieterseite, die Sie nach § 554 BGB verlangen können. Sprechen Sie in beiden Fällen früh mit der Bauaufsicht – nicht nachdem das Angebot unterschrieben ist.
Wie Sie Ihre Treppe selbst einschätzen

Vor dem ersten Anbietergespräch lohnen fünf Minuten mit dem Zollstock. Messen Sie:
Die Laufbreite an der engsten Stelle
- von Wand zu Wand beziehungsweise von Wand zu Geländerinnenkante.
- Nicht am breitesten Punkt – der engste entscheidet.
Die freie Fläche auf jedem Podest.
- Länge und Breite, denn daraus wird die Wartefläche.
Die lichte Höhe über dem Treppenlauf
- besonders unter Dachschrägen und am obersten Austritt.
- Bei einem Stehlift ist das der kritische Wert, weil der Kopf auf der ganzen Strecke mitwandert.
Die Steigung
- falls die Treppe steil wirkt: Stufenhöhe und Auftrittstiefe messen
- daraus lässt sich der Winkel bestimmen.
Die Position der nächsten Steckdose.
- Fehlt sie in Reichweite, kostet ein neuer Stromkreis später 500 bis 1.500 Euro.
Mit diesen Zahlen und drei Fotos – von unten, vom Podest, von oben – kann ein Fachbetrieb schon am Telefon sagen, ob es eng wird. Verbindlich ist aber erst das Aufmaß vor Ort.
Welcher Lifttyp bei wenig Platz passt

Richtwerte für die Treppenbreite; verbindlich ist das Aufmaß vor Ort. Stand: Oktober 2026.
Der Stehlift
Ist die eigentliche Antwort auf schmale Treppen. Er baut deutlich schlanker als ein Sitzlift und kommt bei den kleinsten Modellen mit 50 bis 60 Zentimetern Treppenbreite aus. Voraussetzung ist, dass die Person stehen und sich festhalten kann – bei Gleichgewichtsproblemen oder Schwindel ist er keine Option.
Für Menschen, die das Knie nicht beugen können, ist er dagegen oft die einzige Lösung. Prüfen Sie die Kopffreiheit über die gesamte Fahrstrecke, nicht nur am Einstieg: Wer stehend fährt, bewegt den Kopf in Höhe des Treppenlaufs mit. Steh-Sitz-Modelle mit Knieauflage sind der Kompromiss, wenn die Höhe knapp ist oder längere Strecken anstehen.
Weiterführend: Treppenlift zum Stehen: Alles zu Kosten, Förderung & Installation
Der Sitzlift
Bleibt bei etwa 70 Zentimetern Treppenbreite der Standard. Entscheidend für enge Treppen ist weniger der Sitz als die Schienenführung: Eine Monoschiene braucht weniger Platz als ein Doppelrohrsystem, und die Montage auf der Treppeninnenseite spart gegenüber der Wandmontage. Eingeklappt beansprucht ein Sitzlift noch etwa 30 bis 40 Zentimeter – dieser Wert zählt für die Restlaufbreite, nicht die Breite des ausgeklappten Sitzes.
Der Plattformlift
Braucht ab etwa 80 Zentimetern, und das ist nur die halbe Rechnung: Er muss an jedem Haltepunkt auffahrbar sein, also auch dort Platz haben. In engen Treppenhäusern scheitert er häufiger an den Haltepunkten als am Lauf selbst.

Hublift und Homelift
Sind die Auswege, wenn keine Schiene passt. Der Hublift überwindet eine Höhe statt einer Treppe und ist am Hauseingang fast immer die robustere Lösung.
Der Homelift fährt durch die Geschossdecke, hält die Treppe vollständig frei und nimmt den Rollstuhl mit – er kostet ab etwa 20.000 Euro, braucht aber Grundfläche und einen Deckendurchbruch mit statischer Prüfung.
Steile Treppen: meist nicht das Problem

Steilheit wird überschätzt. Die Produktnorm DIN EN 81-40 lässt Treppenschrägaufzüge bis zu einer Neigung von 75 Grad zu. Typische Wohnhaustreppen liegen bei 30 bis 40 Grad, steile Altbau- und Dachbodentreppen bei 45 bis 55 Grad. Selbst eine sehr steile Treppe bleibt damit im zulässigen Bereich.
Was bei steilen Treppen tatsächlich zum Thema wird, ist anderes: Die Fußstütze muss weit genug ausschwenken, damit die Füße nicht an der nächsten Stufe anstoßen, und die Sitzhöhe beim Ein- und Aussteigen will geprüft werden. Bei sehr steilen und gleichzeitig schmalen Treppen ist der Stehlift häufig die bessere Wahl, weil er beide Probleme auf einmal löst.
Die Norm begrenzt außerdem die Nenngeschwindigkeit auf 0,15 Meter pro Sekunde und verlangt eine Mindesttragfähigkeit von 115 Kilogramm bei Sitz- und Stehliften. Zur Pflichtausstattung gehören Schaltleisten an Quetsch- und Scherstellen, Endschalter, Überlastschutz, eine Notstromfahrt in eine sichere Position und eine Totmannschaltung – der Lift fährt nur, solange die Bedienung gedrückt wird. Sitz, Armlehnen und Fußstütze müssen klappbar sein, damit der Fluchtweg frei bleibt. Verlangen Sie CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung.
Kurven und Wendeltreppen

Bei engen Kurven entscheidet die maßgefertigte Schiene. Sie wird nach Aufmaß gebogen und geschweißt, und genau das macht sie zum größten Einzelposten des Preises – bei einem kurvigen Lift oft mehr als die Hälfte.
Technisch ist fast jede Geometrie machbar, auch eine Wendeltreppe. Die Frage ist, wo die Schiene verläuft: Am Innenradius ist der Weg kürzer und der Platzbedarf geringer, der Radius aber enger; am Außenradius ist es umgekehrt. Bei Wendeltreppen mit kleinem Durchmesser wird der Innenradius schnell zu eng, und es bleibt nur die Führung außen – mit entsprechendem Platzbedarf.
Eine Faltschiene am Treppenfuß lohnt fast immer, wenn dort eine Tür oder ein Durchgang liegt: Sie klappt hoch und hält den Weg frei. Bei Podesttreppen ist zu klären, ob der Lift über das Podest durchfährt oder ob zwei getrennte Anlagen mit Umsteigepunkt sinnvoller sind – das Umsteigen funktioniert aber nur, wenn die Person auf dem Podest einige Schritte gehen kann.
Was es kostet

Bei engen und kurvigen Treppen liegt der Preis am oberen Ende der üblichen Spannen, weil die Schiene aufwendiger wird. Ein gerader Sitzlift kostet 4.000 bis 8.000 Euro inklusive Montage, ein kurviger 8.000 bis 15.000 Euro; der Stehlift liegt bei gerader Führung auf ähnlichem Niveau wie der Sitzlift.
Plattformlifte beginnen innen bei etwa 9.000 Euro. Eine Sonderschiene für besonders schmale Verhältnisse schlägt mit einem Aufschlag zu Buche, der sich erst nach dem Aufmaß beziffern lässt.
Die vollständige Preisübersicht nach Lifttyp, die laufenden Kosten und die Rechnung zu Mieten, Kaufen und Gebrauchtkauf stehen in unseren Ratgebern zu den Treppenliftkosten.
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift?
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift für 1 oder 2 Etagen?
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift zur Miete?
Förderung

Die Pflegekasse zahlt für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI bis zu 4.180 Euro je Maßnahme und pflegebedürftiger Person, ohne Einkommensprüfung, ab Pflegegrad 1 und unabhängig von seiner Höhe. Leben mehrere Berechtigte in derselben Wohnung, steigt der Betrag auf 8.360 Euro bei zwei, 12.540 Euro bei drei und 16.720 Euro bei vier Personen; jede Person stellt einen eigenen Antrag bei ihrer Kasse. Der Zuschuss gilt je Maßnahme und lässt sich bei veränderter Pflegesituation erneut beantragen. Die Bewilligung muss vor dem Einbau vorliegen – als Beginn zählt bereits die unterschriebene Auftragsbestätigung.
Weiterführend: Bei welchem Pflegegrad bekommt man einen Treppenlift?
Weiterführend: Welche Förderprogramme gibt es für altersgerechtes Wohnen?
Weiterführend: Welche Zuschüsse gibt es für Treppenlifte bei Pflegegrad 1, 2, 3, 4 und 5?

Ein Hinweis, der bei engen Treppen besonders zählt: Die Maßnahme muss notwendig sein, nicht nur angenehm. Das Landessozialgericht Hessen hat mit Urteil vom 4. März 2026 (Az. L 6 P 37/25) den Zuschuss für einen Lift in den Keller abgelehnt, weil die Antragstellerin im Erdgeschoss alle elementaren Bedürfnisse decken konnte. Begründen Sie Ihren Antrag deshalb mit dem, was ohne Lift auf der zugänglichen Ebene nicht möglich ist.
KfW
Der KfW-Zuschuss „Altersgerecht Umbauen – Barrierereduzierung" (455-B) ist seit Ende Juli 2026 gestoppt, weil die Bundesmittel für 2026 erschöpft sind. Bestehende Zusagen bleiben gültig. Rechnen Sie ihn nicht ein. Zur Einordnung, falls er wiederkommt: Einzelmaßnahmen wurden mit 10 Prozent der Kosten bis maximal 2.500 Euro gefördert, der Standard „Altersgerechtes Haus" mit 12,5 Prozent bis 6.250 Euro – die häufig genannten 5.000 Euro hat das Programm nie vorgesehen. Verfügbar bleibt der zinsverbilligte KfW-Kredit Nr. 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit über die Hausbank.
Weiterführend: Alles zur KfW-Förderung für Treppenlifte

Länder und Kommunen
Vergeben eigene Zuschüsse, teils mit erheblichen Anteilen an den Kosten. Die Bedingungen hängen von der Postleitzahl ab; die örtlichen Programme finden Sie auf unseren Städteseiten. Bei einem Arbeits- oder Wegeunfall ist die Berufsgenossenschaft zuständig, dort ohne festen Höchstbetrag.
Steuerlich
Gibt es zwei Wege, und für denselben Betrag geht nur einer. Nach § 35a EStG sind 20 Prozent der Lohn- und Montagekosten direkt von der Steuerschuld abziehbar, höchstens 1.200 Euro im Jahr, bei unbarer Zahlung und ohne Material. Nach § 33 EStG mindert der Eigenanteil das zu versteuernde Einkommen, aber erst nach Abzug der zumutbaren Belastung von ein bis sieben Prozent der Einkünfte.
Für den Nachweis gilt eine gute Nachricht: Für einen Treppenlift darf das Finanzamt kein amtsärztliches Gutachten verlangen – der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass der Katalog in § 64 Abs. 1 Nr. 2 EStDV abschließend ist und den Treppenlift nicht erfasst. Ein ärztliches Attest genügt.
Weiterführend: Treppenlift von der Steuer absetzen
Vom Angebot zum Einbau

Schritt 1:
- Selbst messen, wie oben beschrieben, und Fotos machen.
Schritt 2:
- Beratung bei Pflegestützpunkt oder kommunaler Wohnberatung – kostenlos, und dort erfahren Sie auch die örtlichen Programme.
Schritt 3:
- Pflegegrad klären, falls keiner vorliegt.
- Pflegegrad 1 genügt.
Schritt 4:
- Zwei bis drei Angebote nach Aufmaß vor Ort.
- Verlangen Sie bei engen Verhältnissen eine schriftliche Aussage zur Restlaufbreite und, falls nötig, zur Wartefläche.
Schritt 5:
- Bei notwendigen Treppenräumen und im Mehrfamilienhaus die Bauaufsicht einbinden, bevor beauftragt wird.
- In der WEG den Beschluss auf die Tagesordnung setzen – das ist meist der längste Teil des Zeitplans.
Schritt 6:
- Anträge stellen, Bewilligung abwarten, dann unterschreiben.
Schritt 7:
- Einbau.
- Bei gerader Schiene ein halber Tag, bei maßgefertigter Kurvenschiene ein Arbeitstag.
- Lieferzeiten liegen bei einer bis drei Wochen für gerade und drei bis sechs Wochen für maßgefertigte Schienen.
Wo die Grenzen wirklich liegen

Manche Treppen gehen nicht, und es ist fairer, das zu sagen.
Zu geringe Kopffreiheit unter einer flachen Dachschräge kann einen Stehlift ausschließen und beim Sitzlift die Sitzposition erzwingen, die nicht mehr komfortabel ist.
Haltepunkte ohne Platz: Wenn am oberen Austritt keine Fläche zum Aussteigen bleibt, hilft der Lift nicht. Ein Drehsitz entschärft das, löst es aber nicht immer.
Rollstuhl in einem engen Treppenhaus: Unter etwa 80 Zentimetern wird der Plattformlift schwierig, und an den Haltepunkten noch eher als am Lauf. Dann ist der Homelift die realistische Antwort.
Tragfähigkeit: Die Schiene wird auf den Stufen verschraubt; bei stark geschädigten Holztreppen oder dünnen Stufen ist eine Prüfung nötig, gelegentlich eine Verstärkung.
Denkmalschutz und Erhaltungssatzung: Nicht automatisch ein Ausschluss, aber ein Grund, früh mit der Behörde zu sprechen.
Wenn eine dieser Grenzen erreicht ist, bleiben Alternativen: der Stehlift bei engen Verhältnissen, der Hublift am Eingang, der Homelift bei grundsätzlich unpassendem Treppenhaus – und bei vorübergehendem Bedarf eine Treppensteighilfe, die eine Begleitperson bedient.
Fazit

Ob ein Treppenlift in Ihre Treppe passt, entscheidet nicht die Breite, sondern die Restlaufbreite: In notwendigen Treppenräumen sind in der Regel 60 Zentimeter neben dem Lift freizuhalten, und wenn das nicht geht, ist eine Wartefläche in jedem Geschoss der zulässige zweite Weg. Im Einfamilienhaus greifen diese Anforderungen meist nicht – dort ist es eine Komfortfrage.
Produktseitig kommt der Stehlift mit 50 bis 60 Zentimetern am weitesten, der Sitzlift braucht etwa 70, der Plattformlift etwa 80. Steilheit ist selten das Problem, die Norm erlaubt bis 75 Grad. Messen Sie die engste Stelle, die Podestflächen und die lichte Höhe, bevor Sie telefonieren – damit lässt sich das Gespräch führen, statt es zu erleiden.
Häufig gestellte Fragen
Wie breit muss meine Treppe für einen Treppenlift sein?
Produktseitig kommt ein Stehlift mit etwa 50 bis 60 Zentimetern aus, ein Sitzlift braucht rund 70, ein Plattformlift etwa 80. Baurechtlich zählen aber zwei andere Maße: In notwendigen Treppenräumen müssen in der Regel 60 Zentimeter Restlaufbreite neben dem Lift frei bleiben, und die Schiene darf das Lichtraumprofil um höchstens 20 Zentimeter Breite und 50 Zentimeter Höhe einengen. Verbindlich ist das Aufmaß vor Ort.
Was ist der Unterschied zwischen Mindestlaufbreite und Restlaufbreite?
Die Mindestlaufbreite ist eine Anforderung an die Treppe selbst – nach DIN 18065 80 Zentimeter bei bis zu zwei Wohnungen und innerhalb von Wohnungen, sonst 100 Zentimeter. Die Restlaufbreite ist das, was nach dem Einbau neben dem Lift frei bleibt. Nur die Restlaufbreite wird durch den Lift verändert, und nur sie ist die eigentliche Hürde.
Was gilt, wenn die 60 Zentimeter nicht erreicht werden?
Dann ist der Einbau nicht ausgeschlossen. Stattdessen ist in jedem Geschoss eine ausreichend große Wartefläche nachzuweisen, auf der eine Person einem herankommenden Lift ausweichen kann. In Altbauten mit großen Treppenabsätzen ist das häufig machbar – klären Sie es mit dem Fachbetrieb und gegebenenfalls der Bauaufsicht.
Gelten die Regeln auch im Einfamilienhaus?
Meist nicht. Die Anforderungen betreffen notwendige Treppenräume. Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2 und für Treppen innerhalb einer Wohnung greift die Ausnahme. Im eigenen Haus ist die Frage damit praktisch, nicht behördlich: Kommen die anderen Bewohner noch bequem vorbei?
Wie steil darf die Treppe sein?
DIN EN 81-40 lässt bis zu 75 Grad Neigung zu. Typische Wohnhaustreppen liegen bei 30 bis 40 Grad, steile Altbautreppen bei 45 bis 55 Grad – alles im zulässigen Bereich. Bei steilen Treppen sind andere Punkte wichtiger: das Ausschwenken der Fußstütze und die Sitzhöhe beim Ein- und Aussteigen.
Geht ein Lift auch auf einer Wendeltreppe?
Technisch ja, mit maßgefertigter Schiene. Entscheidend ist, ob die Schiene am Innen- oder Außenradius geführt wird. Bei kleinem Durchmesser wird der Innenradius zu eng, dann bleibt die Führung außen – mit mehr Platzbedarf. Die maßgefertigte Schiene ist der größte Einzelposten des Preises.
Welcher Lift passt bei einer sehr schmalen Treppe?
Der Stehlift. Er baut deutlich schlanker als ein Sitzlift und kommt bei den kleinsten Modellen mit 50 bis 60 Zentimetern aus. Voraussetzung ist, dass die Person stehen und sich halten kann – bei Gleichgewichtsproblemen ist er keine Option. Prüfen Sie die Kopffreiheit über die gesamte Fahrstrecke.
Wie viel Platz bleibt für die anderen Hausbewohner?
Eingeklappt beansprucht ein Sitzlift noch etwa 30 bis 40 Zentimeter. Dieser Wert zählt für die Restlaufbreite, nicht die Breite des ausgeklappten Sitzes. Eine Faltschiene am Treppenfuß hält zusätzlich den Durchgang frei, wenn dort eine Tür liegt.
Geht ein Plattformlift bei schmaler Treppe?
Ab etwa 80 Zentimetern Treppenbreite ist er möglich, aber das ist nur die halbe Rechnung: Er muss an jedem Haltepunkt auffahrbar sein. In engen Treppenhäusern scheitert er häufiger an den Haltepunkten als am Lauf. Dann ist ein Homelift die realistische Alternative.
Brauche ich eine Genehmigung?
Innerhalb der eigenen Wohnung meist nicht, solange die Bausubstanz unverändert bleibt. In notwendigen Treppenräumen und im Mehrfamilienhaus ist die Abstimmung mit der Bauaufsicht sinnvoll, ebenso bei Denkmalschutz. In der Eigentümergemeinschaft brauchen Sie einen Beschluss nach § 20 Abs. 2 WEG, in der Mietwohnung die Zustimmung der Vermieterseite, die Sie nach § 554 BGB verlangen können.
Was kostet ein Lift für eine enge oder kurvige Treppe?
Ein gerader Sitzlift kostet 4.000 bis 8.000 Euro inklusive Montage, ein kurviger 8.000 bis 15.000 Euro. Bei engen Verhältnissen liegt der Preis am oberen Ende, weil die Schiene aufwendiger wird. Plattformlifte beginnen innen bei etwa 9.000 Euro.
Wie viel zahlt die Pflegekasse?
Bis zu 4.180 Euro je Maßnahme und pflegebedürftiger Person, ohne Einkommensprüfung, ab Pflegegrad 1. Bei mehreren Berechtigten in einer Wohnung steigt der Betrag bis zu 16.720 Euro bei vier Personen. Der Zuschuss gilt je Maßnahme und ist wiederholbar. Die Bewilligung muss vor dem Einbau vorliegen.
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