Was kostet eine Wärmepumpe?

Was kostet eine Wärmepumpe?

Jetzt kostenlose und unverbindliche Wärmepumpen-Beratung anfordern: Finden Sie die passende Lösung für Ihr Zuhause und sparen Sie bares Geld!

Jetzt Angebote vergleichen

Wussten Sie, dass in rund 35 Prozent aller Wärmepumpen-Angebote die Kosten für den Elektroanschluss fehlen – und ein veralteter Zählerschrank die Rechnung unbemerkt um bis zu 5.000 Euro erhöhen kann? Wer nur auf den Gerätepreis schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen. Der günstigste Anbieter wird teuer, wenn Nachtragspositionen den Preisvorteil auffressen.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, was eine Wärmepumpe wirklich kostet – aufgeschlüsselt nach allen Positionen, die in ein vollständiges Angebot gehören. Außerdem erfahren Sie, wie hoch die Förderung nach der Reform vom Juli 2026 tatsächlich ausfällt und mit welchen Betriebskosten Sie rechnen müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus vor Förderung 20.000 – 35.000 € (Luft-Wasser) bzw. 35.000 – 55.000 € (Erdwärme oder Grundwasser mit Bohrung).
  • Luft-Wasser ist die günstigste Variante – nicht die teuerste. Bohrung und Erschließung entfallen komplett.
  • Die Betriebskosten liegen bei 800 – 1.430 € jährlich, die Wartung bei 200 – 400 €.
  • Über KfW Programm 458 sind seit dem 21. Juli 2026 bis zu 80 % Förderung möglich – maximal 22.400 € bei 28.000 € förderfähigen Kosten. Für Durchschnittsverdiener sind 46 % realistisch.
  • Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden. Wer vorher unterschreibt, verliert den Anspruch vollständig.
  • Ab Februar 2027 sinkt die Förderung halbjährlich – wer jetzt beantragt, sichert sich die besseren Konditionen.
  • Die Amortisation liegt bei 8 bis 14 Jahren, die Lebensdauer bei 15 bis 25 Jahren.
  • Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat am 29. Juli 2026 die 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht ersatzlos gestrichen.

Was eine Wärmepumpe wirklich kostet

Die meisten Kostenübersichten nennen nur Gerätepreis und Montage. Ein vollständiges Angebot enthält aber deutlich mehr Positionen – und genau dort entstehen die Überraschungen.

KostenpositionLuft-Wasser-WPSole-Wasser-WP (Erdwärme)Wasser-Wasser-WP (Grundwasser)
Wärmepumpen-Gerät10.000 – 16.000 €12.000 – 18.000 €12.000 – 18.000 €
Warmwasser-/Pufferspeicher2.500 – 4.500 €2.500 – 4.500 €2.500 – 4.500 €
Erschließung der WärmequelleEntfällt (nur Fundament, ca. 500 – 1.500 €)10.000 – 25.000 € (Bohrung/Kollektor)8.000 – 20.000 € (Förder- und Schluckbrunnen)
Montage & Hydraulik5.000 – 8.000 €6.000 – 9.000 €6.000 – 9.000 €
Elektroanschluss & Zählerschrank2.000 – 5.000 €2.000 – 5.000 €2.000 – 5.000 €
Hydraulischer Abgleich (Verfahren B)800 – 1.500 €800 – 1.500 €800 – 1.500 €
Gesamtkosten vor Förderung20.000 – 35.000 €35.000 – 55.000 €33.000 – 52.000 €

Die drei Positionen, die am häufigsten fehlen

1. Elektroanschluss und Zählerschrank. In rund 35 % aller Angebote fehlt diese Position, weil der Elektromeister separat beauftragt werden muss. Entspricht Ihr Zählerschrank nicht dem Stand des § 14a EnWG, wird der Tausch fällig – bis zu 5.000 € Mehrkosten.

2. Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B. Er ist Pflichtvoraussetzung für die KfW-Förderung und spart bis zu 15 % Heizkosten. Fehlt er im Angebot, verlieren Sie den Förderanspruch.

3. Der Warmwasser- oder Pufferspeicher. Ohne Speicher läuft keine Wärmepumpe effizient. Wird er separat berechnet, verschiebt das den Angebotsvergleich erheblich.

Unser Tipp: Jede Position, die als „bauseits" oder „durch Auftraggeber zu stellen" ausgewiesen wird, ist eine potenzielle Kostenfalle. Fordern Sie eine Vollkosten-Aufstellung und klären Sie offene Punkte schriftlich, bevor Sie unterschreiben.

Welcher Typ kostet wie viel – und warum

Welcher Typ kostet wie viel – und warum
Grafik: Checkfox.de

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, Luft-Wasser-Wärmepumpen seien teurer als Erdwärme. Das Gegenteil ist der Fall: Luft-Wasser ist die günstigste Variante, weil Bohrung, Genehmigung und Erschließung vollständig entfallen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf das Heizsystem.

  • Kosten: 20.000 – 35.000 € (Gesamtanlage)
  • Vorteile: Keine Bohrung, keine Genehmigung, einfache Nachrüstung
  • Nachteile: Wirkungsgrad sinkt bei sehr tiefen Außentemperaturen; Aufstellort und Schallschutz müssen geplant werden
  • Geeignet für: Den Regelfall – Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs über Erdsonden oder Flächenkollektoren.

  • Kosten: 35.000 – 55.000 € (Gesamtanlage inkl. Bohrung)
  • Vorteile: Hoher, wetterunabhängiger Wirkungsgrad; keine Außeneinheit – löst das Schallthema vollständig
  • Nachteile: Bohrung nötig, wasserrechtlich genehmigungspflichtig, hohe Erschließungskosten
  • Geeignet für: Grundstücke mit ausreichend Fläche; Lagen mit Schallproblemen

Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe gewinnt Wärme aus dem Grundwasser über Förder- und Schluckbrunnen.

  • Kosten: 33.000 – 52.000 € (Gesamtanlage inkl. Brunnen)
  • Vorteile: Höchste Effizienz, niedrigste Betriebskosten
  • Nachteile: Wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich; nur bei geeigneter Hydrogeologie möglich
  • Geeignet für: Standorte mit ergiebigem, gut erschließbarem Grundwasser

Luft-Luft-Wärmepumpe: nicht förderfähig

Diese Geräte werden gelegentlich als günstige Alternative angeboten (ab circa 8.000 €). Sie liefern jedoch kein Warmwasser und speisen nicht in ein wassergeführtes Heizsystem ein – deshalb sind sie über die BEG nicht förderfähig und kommen als Heizungsersatz nicht infrage.

Weiterführend: Was ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe? | Was ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe? | Was ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe?

Kosten nach Gebäudetyp

Kosten nach Gebäudetyp
Bild: Checkfox.de
GebäudetypLuft-WasserSole-Wasser (Erdwärme)Anmerkung
Einfamilienhaus20.000 – 35.000 €35.000 – 55.000 €Der Standardfall; Heizlast typisch 6–12 kW
Zweifamilienhaus28.000 – 45.000 €45.000 – 65.000 €Höhere Leistung, oft größerer Speicher
Mehrfamilienhaus (3–6 WE)45.000 – 90.000 €70.000 – 130.000 €Kaskadenlösungen; Förderung nach Wohneinheiten gestaffelt

Wichtig für Mehrfamilienhäuser: Die förderfähigen Kosten staffeln sich – 28.000 € für die erste Wohneinheit, je 15.000 € für die zweite bis sechste, je 8.000 € ab der siebten. Ein Haus mit drei Wohneinheiten kommt so auf 58.000 € förderfähige Kosten.

Weiterführend: Was kostet eine Wärmepumpe für ein Mehrfamilienhaus?

Weiterführend: Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Weiterführend: Was kostet eine Wärmepumpe für ein Zweifamilienhaus?

Wärmepumpe im Altbau: welche Zusatzkosten wirklich anfallen

Wärmepumpe im Altbau: welche Zusatzkosten wirklich anfallen
Grafik: Checkfox.de

Ein hartnäckiger Irrtum lautet, ein Altbau müsse erst umfassend gedämmt oder mit einer Fußbodenheizung ausgestattet werden. Fraunhofer-Untersuchungen zeigen: Rund 90 % der deutschen Einfamilienhäuser sind ohne Vollsanierung für Wärmepumpen geeignet.

Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die benötigte Vorlauftemperatur. Moderne R290-Wärmepumpen erreichen bis zu 75 °C und versorgen damit auch klassische Gussheizkörper.

BegleitmaßnahmeKostenEffekt
Einzelne Heizkörper tauschen (Typ 22 / Typ 33)500 – 1.000 € je StückSenkt die nötige Vorlauftemperatur deutlich
Dämmung der obersten Geschossdecke1.500 – 2.500 €Reduziert die Heizlast des gesamten Gebäudes
Hydraulischer Abgleich (Verfahren B)800 – 1.500 €Bis zu 15 % Heizkostenersparnis; Fördervoraussetzung
Kellerdeckendämmung1.000 – 3.000 €Verbessert die Effizienz spürbar

In den meisten Fällen genügen ein bis drei dieser Maßnahmen – nicht eine Komplettsanierung. Ein gutes Angebot enthält diese Positionen als Empfehlung mit Kostenangabe. Wer sie verschweigt, verkauft entweder ein überdimensioniertes System oder riskiert unzufriedene Kunden.

Weiterführend: Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau? | Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung

Betriebskosten: womit Sie jährlich rechnen müssen

Betriebskosten: womit Sie jährlich rechnen müssen
Bild: Checkfox.de
Wärmepumpen-TypRealistische JAZ (Feldwerte)Stromverbrauch (EFH)StromkostenWartung
Luft-Wasser-Wärmepumpe3,1 – 3,73.500 – 5.000 kWh1.030 – 1.430 €200 – 400 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe3,9 – 4,33.000 – 4.200 kWh900 – 1.250 €200 – 400 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe4,0 – 4,52.700 – 3.800 kWh800 – 1.100 €200 – 400 €

Angenommener Strompreis: circa 30 ct/kWh im Wärmepumpentarif. Herstellerangaben zur Jahresarbeitszahl liegen häufig deutlich über den Werten, die im realen Betrieb erreicht werden.

Vergleich mit der Gasheizung

HeizsystemEnergiekosten/JahrWartung & SchornsteinfegerCO₂-PreisGesamt/Jahr
Luft-Wasser-Wärmepumpe1.030 – 1.430 €200 – 400 €Entfällt1.230 – 1.830 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe900 – 1.250 €200 – 400 €Entfällt1.100 – 1.650 €
Gasbrennwertheizung1.600 – 2.500 €350 – 500 €Enthalten, steigend1.950 – 3.000 €

Beim Wechsel von einer alten Gasheizung sinken die Heizkosten typischerweise um 25 bis 35 Prozent. Zwei Posten entfallen bei der Wärmepumpe komplett: der Schornsteinfeger und der CO₂-Preis. Letzterer liegt 2026 im Korridor von 55–65 €/t; ab 2027 löst der EU-ETS 2 das nationale System mit freier Preisbildung ab.

Weiterführend: Was kostet die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe?

Weiterführend: Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?

So senken Sie die Betriebskosten weiter

§ 14a EnWG ist der größte Hebel. Wer die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung anmeldet, erhält reduzierte Netzentgelte:

  • Modul 1 – pauschale Reduzierung: Fester Abschlag auf das Netzentgelt
  • Modul 2 – prozentuale Reduzierung: Rabatt auf den Arbeitspreis, sinnvoll bei hohem Verbrauch
  • Modul 3 – zeitvariable Netzentgelte: In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif der wirtschaftlichste Weg, erfordert ein intelligentes Messsystem

Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Leistung in Ausnahmesituationen kurzzeitig drosseln – auf ein Niveau, das den Heizbetrieb nicht gefährdet.

Eine eigene Photovoltaikanlage senkt die Stromkosten zusätzlich. Der Effekt wirkt in beide Richtungen: Die Wärmepumpe hebt den Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage von rund 30–35 % auf 60–75 %.

Weiterführend: Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? | Was bedeutet die Jahresarbeitszahl?

Förderung: bis zu 80 % über KfW Programm 458

Förderung: bis zu 80 % über KfW Programm 458
Bild: Checkfox.de

Am 21. Juli 2026 ist die umfassendste Reform der Gebäudeförderung seit Einführung der BEG in Kraft getreten. Die Heizungsförderung läuft über die KfW, nicht über das BAFA.

FördermodulHöheVoraussetzung
Grundförderung30 %Jeder Eigentümer beim Tausch einer fossilen Heizung im Bestandsgebäude
Klimageschwindigkeits-Bonus+16 %Funktionstüchtige Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung bzw. Gas-/Biomasseheizung ab 20 Jahren. Nur Selbstnutzer
Einkommens-Bonus (Stufe 1)+40 %Zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 30.000 €. Nur Selbstnutzer
Einkommens-Bonus (Stufe 2)+30 %zvE 30.001 – 40.000 €. Nur Selbstnutzer
Einkommens-Bonus (Stufe 3)+10 %zvE 40.001 – 50.000 €. Nur Selbstnutzer
Familienzuschlag−10.000 € auf zvEMindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt
Effizienz-BonusEntfallenDer frühere 5-%-Bonus für natürliche Kältemittel wurde ersatzlos gestrichen
Maximale Förderquote80 %Gedeckelt bei 22.400 € (80 % von 28.000 € förderfähiger Kosten)

Zwei Rechenbeispiele

Durchschnittsverdiener ohne Einkommensbonus:

  • 30 % + 16 % = 46 % auf 28.000 € förderfähige Kosten = 12.880 € Zuschuss.
  • Bei einer Anlage für 28.500 € bleibt ein Eigenanteil von 15.620 €.

Familie mit einem Kind, zvE 35.000 €:

  • Der Familienzuschlag zieht 10.000 € ab, maßgeblich sind 25.000 € → Einkommensbonus Stufe 1.
  • Rechnerisch 30 % + 16 % + 40 % = 86 %, gedeckelt auf 80 % = 22.400 € Zuschuss.
  • Eigenanteil: 6.100 €.

Wichtig zum Verständnis: Die Prozentsätze gelten auf die förderfähigen Kosten (maximal 28.000 €), nicht auf die Anlagensumme. Wer eine Anlage für 35.000 € kauft, erhält also nicht 80 % von 35.000 €, sondern maximal 22.400 €.

Warum Warten teuer wird

ZeitraumFörderfähige Kosten (EFH)Klimageschwindigkeits-Bonus
21.07.2026 – 31.01.202728.000 €16 %
01.02.2027 – 31.07.202727.250 €12 %
01.08.2027 – 31.01.202826.500 €8 %
01.02.2028 – 31.07.202825.750 €4 %
Ab 01.08.202825.000 €0 % (entfällt)

Wer erst Anfang 2028 beantragt, erhält bei gleicher Anlage circa 4.000 bis 6.000 € weniger Förderung. Ab dem ersten Quartal 2027 ist zudem ein EU-Wertschöpfungsbonus für in der EU produzierte Wärmepumpen vorgesehen.

Das Verfahren in vier Schritten

  1. Fachbetrieb beauftragen, der die Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellt.
  2. KfW-Antrag stellen – zwingend vor Vertragsabschluss. Zulässig ist ein Vertrag mit aufschiebender Förderbedingung.
  3. Förderzusage abwarten, dann Auftrag erteilen.
  4. Nach der Zusage haben Sie 36 Monate Zeit für Installation und Inbetriebnahme.

Der häufigste Fehler: Wer den Vertrag vor der Antragstellung unterschreibt, verliert den Förderanspruch vollständig. Rückwirkende Anträge sind ausgeschlossen.

Ergänzende Programme

  • KfW Ergänzungskredit 358/359: Finanziert nicht-zuschussfähige Restkosten zinsgünstig, bis 120.000 € je Wohneinheit; für Selbstnutzer mit zvE bis 90.000 € vergünstigt.
  • Landes- und Kommunalprogramme: Einige Städte und Länder legen auf die Bundesförderung auf – etwa Köln (10 % plus 5 % für natürliche Kältemittel), München (5–15 Prozentpunkte, gedeckelt bei 60 % Gesamtquote) oder Münster (3.000 € pauschal). Prüfen Sie die Programme für Ihren Standort, und beachten Sie die jeweiligen Kumulierungsgrenzen.
  • Hybridsysteme: Bei einer Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung ist nur der Wärmepumpenanteil förderfähig.

Weiterführend: Alles zur Wärmepumpen-Förderung | KfW-Förderung Wärmepumpe im Detail | Wie lange wird die Wärmepumpe noch gefördert?

Rechtslage: Was das GModG geändert hat

Rechtslage: Was das GModG geändert hat
Grafik: Checkfox.de

Das Gebäudemodernisierungsgesetz passierte am 10. Juli 2026 Bundestag und Bundesrat, wurde am 28. Juli im Bundesgesetzblatt verkündet und gilt seit dem 29. Juli 2026. Es löst das Gebäudeenergiegesetz ab. Entfallen sind:

  • die 65-Prozent-Erneuerbaren-Pflicht beim Heizungstausch
  • die Austauschpflicht für über 30 Jahre alte Gas- und Ölkessel
  • die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung

Sie dürfen wieder technologieoffen wählen. Der Kostendruck verlagert sich dafür auf den Betrieb: Die Bio-Treppe (§ 43 GModG) verpflichtet neue fossile Heizungen ab 2029 zu einem steigenden Anteil klimaneutraler Brennstoffe – 10 % ab 2029, ansteigend auf 60 % bis 2040.

Achtung Landesrecht: In einigen Bundesländern gelten weiterhin eigene Vorgaben. Baden-Württemberg verlangt über das EWärmeG 15 % erneuerbare Wärme beim Heizungstausch, Hamburg über das HmbKliSchG ebenfalls 15 %. Wo sich Bundes- und Landesrecht überschneiden, gilt die strengere Vorgabe. Mit einer Wärmepumpe sind diese Pflichten jeweils automatisch erfüllt.

Weiterführend: Gasheizungsverbot gekippt: Was das GModG bedeutet | Heizungsgesetz 2026

Wartung, Lebensdauer und technische Anforderungen

Wartung, Lebensdauer und technische Anforderungen
Bild: Checkfox.de

Wartungskosten

Die jährlichen Wartungskosten liegen bei 200 bis 400 €. Eine allgemeine gesetzliche Wartungspflicht für kleine Anlagen gibt es nicht – viele Hersteller machen die jährliche Inspektion aber zur Garantiebedingung.

Zur F-Gas-Verordnung: Dichtheitsprüfpflichten bemessen sich nach dem CO₂-Äquivalent der Kältemittelfüllung, nicht nach Kilogramm. Bei üblichen Einfamilienhaus-Anlagen greifen sie nicht, und bei R290 als natürlichem Kältemittel ist die Verordnung ohnehin nicht anwendbar.

Lebensdauer

KomponenteLebensdauer
Wärmepumpe (Gerät)15 – 25 Jahre
Warmwasserspeicher15 – 20 Jahre
Erdsonden und Kollektoren50 Jahre und mehr

Angaben von 30 oder 40 Jahren für „die Wärmepumpe" beziehen sich in der Regel auf die Erdsonde – nicht auf das Gerät.

R290 als Kältemittel-Standard

Beim technischen Vergleich entscheidet ein Merkmal besonders: das Kältemittel. Der frühere Förderbonus für natürliche Kältemittel ist entfallen – die technischen Argumente für R290 (Propan) bleiben:

  • GWP-Wert 3 gegenüber 675 bei R32; keine Restriktionen durch die EU-F-Gas-Verordnung, während R32 ab 2027 einem Phase-out unterliegt
  • Vorlauftemperaturen bis 75 °C – im Altbau der entscheidende Punkt
  • Kalkulierbare Wartungskosten, da synthetische Kältemittel durch Quotenregelungen knapper und teurer werden

Weitere Fördervoraussetzungen

Installationsdauer

Installationsdauer
Bild: Checkfox.de
TypReine Montagezeit
Luft-Wasser-Wärmepumpe2 – 5 Tage
Sole-Wasser-Wärmepumpe1 – 3 Wochen (inklusive Bohrung)
Wasser-Wasser-Wärmepumpe1 – 2 Wochen (inklusive Brunnenbau)

Nicht zu verwechseln ist die Montagezeit mit dem Gesamtvorlauf:

  • Heizlastberechnung, Angebotsvergleich, Förderantrag, Bewilligung und Terminvergabe nehmen zusätzlich mehrere Wochen bis Monate in Anspruch.
  • Nach der Förderzusage haben Sie 36 Monate Zeit – Eile ist also nicht nötig, ein früher Antrag aber sinnvoll.

Amortisation: Wann rechnet sich die Investition?

Amortisation: Wann rechnet sich die Investition?
Bild: Checkfox.de

Die Amortisationszeit ergibt sich aus:

(Investitionskosten − Fördersumme) ÷ (Heizkosten vorher − Heizkosten nachher)

AusgangslageInvestitionFörderungEigenanteilJährliche ErsparnisAmortisation
Durchschnittsverdiener, alte Gasheizung28.500 €12.880 € (46 %)15.620 €ca. 1.200 €ca. 13 Jahre
Familie mit Einkommensbonus28.500 €22.400 € (80 %)6.100 €ca. 1.200 €ca. 5 Jahre
Mit Photovoltaikanlage28.500 €12.880 €15.620 €ca. 1.700 €ca. 9 Jahre

Beispielrechnungen bei Ersatz einer alten Gasheizung. Die Amortisation verkürzt sich mit steigenden CO₂-Preisen weiter.

Typische Spanne: 8 bis 14 Jahre.

Nach der Amortisation arbeitet die Anlage über die verbleibende Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren mit reinem Kostenvorteil.

Fazit

‍Fazit
Bild: Checkfox.de

Eine Wärmepumpe kostet im Einfamilienhaus 20.000 bis 35.000 € (Luft-Wasser) oder 35.000 bis 55.000 € (Erdwärme) – vollständig gerechnet, inklusive Speicher, Elektroanschluss und hydraulischem Abgleich. Nach Abzug der Bundesförderung bleibt ein Eigenanteil zwischen 6.100 € und knapp 16.000 €, je nach Einkommenssituation.

Drei Dinge entscheiden darüber, ob die Rechnung aufgeht:

  1. Vollständige Angebote vergleichen. Positionen, die als „bauseits" ausgewiesen werden, sind die häufigste Kostenfalle.
  2. Den Antrag vor Vertragsabschluss stellen. Wer vorher unterschreibt, verliert die Förderung vollständig.
  3. Nicht zu lange warten. Ab Februar 2027 sinken die Fördersätze halbjährlich.

Jetzt Wärmepumpen-Anbieter und Kosten vergleichen

[CTA]

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Wärmepumpe komplett?

Im Einfamilienhaus liegen die Gesamtkosten vor Förderung bei 20.000 bis 35.000 € für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und bei 35.000 bis 55.000 € für Erdwärme oder Grundwasser mit Bohrung. Diese Werte umfassen Gerät, Speicher, Montage, Elektroanschluss und hydraulischen Abgleich.

Welche Wärmepumpe ist am günstigsten?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Bei ihr entfallen Bohrung, wasserrechtliche Genehmigung und Erschließung vollständig. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen sind in der Anschaffung deutlich teurer, dafür im Betrieb etwas günstiger.

Wie hoch ist die Förderung?

Über KfW Programm 458 sind bis zu 80 % der förderfähigen Kosten möglich, maximal 22.400 € (80 % von 28.000 €). Diese Höchstquote erreichen nur selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Einkommen von höchstens 30.000 €. Für Durchschnittsverdiener ohne Einkommensbonus sind 46 % realistisch – das entspricht 12.880 €.

Gilt der Fördersatz auf die gesamte Anlagensumme?

Nein. Die Prozentsätze gelten auf die förderfähigen Kosten, die bei Einfamilienhäusern auf 28.000 € gedeckelt sind. Wer eine Anlage für 35.000 € kauft, erhält also maximal 22.400 € – nicht 80 % von 35.000 €.

Wann muss ich den Förderantrag stellen?

Vor Vertragsabschluss mit dem Heizungsbauer. Wer vorher unterschreibt, verliert den Anspruch vollständig – rückwirkende Anträge sind ausgeschlossen. Zulässig ist ein Vertrag mit aufschiebender Förderbedingung. Nach der Zusage haben Sie 36 Monate Zeit für den Einbau.

Wie hoch sind die Betriebskosten?

Je nach Typ zwischen 800 und 1.430 € pro Jahr für Strom, plus 200 bis 400 € Wartung. Beim Wechsel von einer alten Gasheizung sinken die Heizkosten typischerweise um 25 bis 35 Prozent – Schornsteinfeger und CO₂-Preis entfallen zusätzlich.

Welche Kostenposition wird am häufigsten vergessen?

Der Elektroanschluss samt Zählerschrank. In rund 35 % aller Angebote fehlt diese Position, weil der Elektromeister separat beauftragt wird. Entspricht Ihr Zählerschrank nicht dem Stand des § 14a EnWG, kostet der Tausch bis zu 5.000 €.

Brauche ich für eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?

Nein. Entscheidend ist die benötigte Vorlauftemperatur, nicht die Heizfläche. Moderne R290-Wärmepumpen erreichen bis zu 75 °C und versorgen damit auch klassische Heizkörper. Fraunhofer-Untersuchungen zeigen, dass rund 90 % der deutschen Einfamilienhäuser ohne Vollsanierung geeignet sind.

Was kostet die Nachrüstung im Altbau zusätzlich?

In der Regel genügen ein bis drei Begleitmaßnahmen: Heizkörpertausch (500–1.000 € je Stück), Dämmung der obersten Geschossdecke (1.500–2.500 €) und der ohnehin nötige hydraulische Abgleich (800–1.500 €). Eine Komplettsanierung ist meist nicht erforderlich.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Das Gerät hält 15 bis 25 Jahre, der Warmwasserspeicher 15 bis 20 Jahre. Erdsonden und Kollektoren halten 50 Jahre und mehr – Angaben von 30 oder 40 Jahren beziehen sich meist auf diese, nicht auf die Wärmepumpe selbst.

Wie schnell amortisiert sich eine Wärmepumpe?

Typischerweise in 8 bis 14 Jahren. Bei vollem Einkommensbonus kann sich die Investition schon nach rund fünf Jahren rechnen, mit eigener Photovoltaikanlage nach etwa neun Jahren. Steigende CO₂-Preise verkürzen die Amortisation weiter.

Muss ich nach dem GModG noch erneuerbar heizen?

Bundesrechtlich nicht mehr – die 65-Prozent-Pflicht wurde am 29. Juli 2026 ersatzlos gestrichen. Achtung Landesrecht: In Baden-Württemberg (EWärmeG) und Hamburg (HmbKliSchG) gelten weiterhin eigene 15-Prozent-Pflichten beim Heizungstausch. Mit einer Wärmepumpe sind sie automatisch erfüllt.

Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe förderfähig?

Nein. Luft-Luft-Wärmepumpen liefern kein Warmwasser und speisen nicht in ein wassergeführtes Heizsystem ein. Sie sind über die BEG nicht förderfähig und kommen als Heizungsersatz nicht infrage.

Wie laut ist eine Wärmepumpe?

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen im Nachtbetrieb bei etwa 30 bis 40 dB(A) in vier Metern Abstand. Seit dem 1. Januar 2026 sind nur noch Geräte förderfähig, die mindestens 10 dB unter den Ökodesign-Grenzwerten liegen. Nach TA Lärm gelten im allgemeinen Wohngebiet 55 dB(A) tagsüber und 40 dB(A) nachts.

Lohnt sich die Kombination mit Photovoltaik?

Ja, doppelt. Der eigene Solarstrom senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe, und die Wärmepumpe hebt den Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage von rund 30–35 % auf 60–75 %. Beide Systeme werden über getrennte Programme gefördert.

Weitere Ratgeber zum Thema

News zum Thema

Quellenverweise

Jetzt Wärmepumpen-Anbieter und Kosten vergleichen
Was kostet eine Wärmepumpe?
Jetzt Angebote vergleichen

Jetzt kostenlose Wärmepumpen-Beratung anfordern