Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

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Wussten Sie, dass etwa jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland vor dem Rentenalter berufsunfähig wird? Die Hauptursachen sind psychische Erkrankungen und Probleme des Bewegungsapparats. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche gesetzliche Erwerbsminderungsrente bei rund 1.041 Euro im Monat. Für viele reicht das nicht einmal für die laufenden Fixkosten.

Doch bedeutet das automatisch, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) für jeden sinnvoll ist? In diesem Ratgeber erfahren Sie, für wen sich eine BU wirklich lohnt, wann sie weniger sinnvoll ist – und worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 25 % der Erwerbstätigen in Deutschland werden vor dem Rentenalter berufsunfähig
  • Gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht meist nicht zur Existenzsicherung
  • Gute BU-Tarife leisten ab 50 % Berufsunfähigkeit
  • Besonders sinnvoll für Erwerbstätige mit laufenden finanziellen Verpflichtungen
  • Früher Abschluss senkt die Beiträge deutlich
  • Ein strukturierter Vergleich spart oft hohe Mehrkosten

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Eine BU ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie auf Ihr laufendes Einkommen angewiesen sind. Entscheidend ist weniger Ihr Alter – sondern Ihre finanzielle Abhängigkeit vom monatlichen Gehalt.

Für Arbeitnehmer mit Fixkosten

Miete, Kredit, Familie, laufende Verträge: Wer regelmäßige Verpflichtungen hat, kann sich einen langfristigen Einkommensausfall meist nicht leisten.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift nur, wenn Sie weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können – unabhängig von Ihrem bisherigen Beruf. Darauf weist auch die Verbraucherzentrale hin. Für viele Angestellte entsteht dadurch eine deutliche Versorgungslücke.

Für Selbstständige und Freiberufler

  • Selbstständige haben oft keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld über sechs Wochen hinaus.
  • Fällt das Einkommen weg, fehlt sofort die finanzielle Grundlage.
  • Gerade hier ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung häufig existenziell.

Für Akademiker und Bürotätige

Ein häufiger Irrtum: „Im Büro passiert doch nichts.“

Tatsächlich sind psychische Erkrankungen inzwischen die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Burnout, Depressionen oder chronische Belastung betreffen besonders die wissensintensiven Berufe.

Das Risiko liegt somit nicht nur im körperlichen Bereich.

Für Beamte

  • Beamte sollten prüfen, ob eine Dienstunfähigkeitsklausel (DU-Klausel) enthalten ist.
  • Die beamtenrechtliche Absicherung reicht nicht immer aus.
  • Eine ergänzende BU kann sinnvoll sein – abhängig vom Status und Dienstherrn.

Für Schüler, Studenten und Berufseinsteiger

Ein früher Abschluss bietet zwei Vorteile:

  • Niedrige Beiträge
  • Bessere Gesundheitsannahme

Bereits junge Versicherte sichern sich so langfristig stabile Konditionen. Besonders vor dem ersten Jobwechsel kann das sinnvoll sein.

Unser Zwischenfazit

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist vor allem für Menschen sinnvoll, die von ihrem Einkommen leben und keine ausreichende finanzielle Reserve haben. Je höher die laufenden Verpflichtungen, desto wichtiger wird die Absicherung.

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung eher nicht sinnvoll?

Wann ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung eher nicht sinnvoll?
Bild: Checkfox.de

So wichtig die BU für viele ist – sie ist nicht in jeder Lebenssituation zwingend notwendig.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eher nicht sinnvoll, wenn:

  • Sie finanziell unabhängig sind (z. B. durch hohes Vermögen oder passives Einkommen)
  • Ihr Lebensstandard auch ohne Erwerbseinkommen gesichert ist
  • Sie bewusst ein sehr niedriges Absicherungsniveau akzeptieren
  • bereits andere, gleichwertige Einkommensquellen bestehen

Wer beispielsweise ausreichend Kapital besitzt, um mehrere Jahre oder dauerhaft von den Erträgen zu leben, benötigt keine zusätzliche Einkommensabsicherung.

Auch Personen kurz vor ihrem Renteneintritt sollten auf jeden Fall prüfen, ob sich die Beiträge im Verhältnis zur Restlaufzeit noch lohnen.

Wichtig: „Nicht sinnvoll“ bedeutet nicht automatisch „unnötig“.

Es ist immer eine individuelle Risikoabwägung zwischen:

  • Eintrittswahrscheinlichkeit
  • finanzieller Tragfähigkeit
  • persönlicher Risikobereitschaft

Vorteile und Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Vorteile und Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung
Bild: Checkfox.de

Eine BU bietet umfassenden Schutz – ist aber kein günstiges Produkt. Deshalb lohnt sich eine nüchterne Betrachtung.

Vorteile

  • Monatliche Rente ab 50 % Berufsunfähigkeit
  • Schutz speziell für Ihren zuletzt ausgeübten Beruf
  • Keine Verpflichtung zur Umschulung
  • Nachversicherung bei Gehaltssprüngen möglich
  • Beiträge steuerlich als Vorsorgeaufwendungen absetzbar

Nachteile

  • Beiträge können je nach Beruf hoch sein
  • Gesundheitsprüfung erforderlich
  • Risiko von Zuschlägen oder Ausschlüssen
  • Rente ist anteilig steuerpflichtig (2026: 84 %)
  • Komplexe Vertragsbedingungen

Überblick: Vorteile vs. Nachteile

Aspekt Vorteile Nachteile
Absicherung Monatliche Rente bei mindestens 50 % Berufsunfähigkeit Leistung nur bei ärztlich nachgewiesener und voraussichtlich dauerhafter Einschränkung (i. d. R. ≥ 6 Monate)
Lebensstandard Sichert Einkommen und finanzielle Existenz Langfristige Beitragszahlung erforderlich
Flexibilität Nachversicherungsgarantie und Dynamik möglich Gesundheitsprüfung bei Vertragsabschluss
Steuern Beiträge als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar (im Rahmen der Höchstbeträge) Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall steuerpflichtig (Ertragsanteil)

Eine BU lohnt sich also vor allem dann, wenn der finanzielle Schaden im Ernstfall größer wäre als die laufenden Beiträge.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung – und lohnt sich das?

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung – und lohnt sich das?
Bild: Checkfox.de

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen stark von Ihrem Beruf, Alter, Gesundheitszustand, der Rentenhöhe und der Laufzeit ab. Je früher Sie abschließen, desto günstiger ist der Beitrag – dauerhaft.

Junge Versicherte zahlen für 1.000 € Monatsrente häufig ab etwa 30 € im Monat. Für 1.500 € Rente bis 67 ergeben sich – je nach Beruf – folgende typische Beiträge):

Beispielprofil Monatsbeitrag (ca.)* Bemerkung
20-jähriger Akademiker (z. B. Mathematik) 30–45 € Niedrige Risikogruppe, früher Einstieg vorteilhaft
30-jähriger Lehrer 55–75 € Mittlere Risikoeinstufung, abhängig von Tarif
40-jähriger Handwerker 90–140 € Höhere Risikoklasse, Gesundheitsprüfung entscheidend

(Marktüberblick Februar 2026 )

Wichtiger Hinweis: Die genannten Beiträge sind unverbindliche Beispielwerte (Stand 2026) für eine Berufsunfähigkeitsrente von ca. 1.000–1.500 € monatlich bei Laufzeit bis 67 Jahre und ohne Vorerkrankungen. Der tatsächliche Beitrag hängt von Gesundheitszustand, Berufsgruppe, Vertragsbedingungen und gewählter Rentenhöhe ab.

Warum unterscheiden sich die Beiträge so stark?

Versicherer kalkulieren nach:

  • Berufsrisiko
  • Eintrittsalter
  • Gesundheitszustand
  • gewünschter Rentenhöhe
  • Laufzeit bis 67

Ein später Abschluss kann Ihnen mehrere tausend Euro Mehrkosten über die gesamte Laufzeit verursachen. Laut unseren Marktanalysen liegen Preisunterschiede zwischen Anbietern teilweise bei bis zu 200 %.

Lohnt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Die entscheidende Frage lautet: Wie hoch wäre Ihr finanzieller Schaden ohne BU?

  • Wer monatlich 3.000 € netto verdient, verliert bei längerer Berufsunfähigkeit schnell mehrere hunderttausend Euro an Einkommen bis zur Rente.
  • Dagegen stehen Beiträge von oft 40–80 € im Monat bei frühem Einstieg.

Die BU ist daher keine „Renditeversicherung“, sondern eine Existenzabsicherung.

Ein strukturierter Vergleich hilft Ihnen dabei, starke Leistungen zu fairen Beiträgen zu finden und unnötige Mehrkosten zu vermeiden.

Steuerliche Aspekte 2026 – Was bleibt netto übrig?

Steuerliche Aspekte 2026 – Was bleibt netto übrig?
Bild: Checkfox.de

Die steuerliche Behandlung ist ein wichtiger Faktor bei der Frage „Ist eine BU sinnvoll?“.

Beiträge zur BU

Die Beiträge gelten als Vorsorgeaufwendungen:

  • Angestellte: bis 1.900 € pro Jahr
  • Selbstständige: bis 2.800 € pro Jahr

In vielen Fällen werden diese Höchstbeträge bereits durch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ausgeschöpft.

Kombination mit Basisrente (Rürup)

Eine BU kann mit einer Basisrente kombiniert werden. 2026 sind bis zu 30.826 € steuerlich absetzbar, wobei die BU maximal 50 % des Gesamtbeitrags ausmachen darf.

Das Modell eignet sich vor allem für Selbstständige mit hoher Steuerlast.

Besteuerung der BU-Rente

  • Die BU-Rente ist 2026 zu 84 % steuerpflichtig.
  • Allerdings fällt häufig keine oder nur geringe Steuer an, wenn das Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt.

Wichtig: Die tatsächliche Nettorente hängt immer von Ihrer individuellen Steuersituation ab.

Gesetzliche Alternativen – und warum sie meist nicht ausreichen

Gesetzliche Alternativen – und warum sie meist nicht ausreichen
Bild: Checkfox.de

Viele stellen sich die Frage: Reicht die gesetzliche Absicherung nicht aus?

Seit 2001 gibt es für die meisten Versicherten keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Stattdessen greift die Erwerbsminderungsrente – allerdings nur, wenn Sie weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können. Maßgeblich ist nicht Ihr erlernter Beruf, sondern Ihre generelle Arbeitsfähigkeit.

Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt bei rund 1.041 € monatlich . Für viele reicht das kaum zur Deckung der Fixkosten.

Weitere Alternativen im Überblick

Die beiden Versicherungen decken nur bestimmte Risiken ab und bieten zumeist keinen umfassenden Einkommensschutz. Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Alternativen meist nur Teilrisiken abdecken. Besonders psychische Erkrankungen – inzwischen häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit – sind in vielen Alternativmodellen nur eingeschränkt versichert.

Eine BU bleibt daher die umfassendste Einkommensabsicherung.

Fazit: Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Fazit: Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?
Bild: Checkfox.de

Für die meisten Erwerbstätigen in Deutschland lautet die Antwort: Ja.

Wer von seinem Einkommen lebt, sollte das Risiko eines langfristigen Ausfalls ernst nehmen. Rund jeder Vierte wird vor Renteneintritt berufsunfähig. Gleichzeitig bietet der Staat nur eine eingeschränkte Grundabsicherung.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist besonders sinnvoll, wenn:

  • Sie auf Ihr monatliches Einkommen angewiesen sind
  • laufende finanzielle Verpflichtungen bestehen
  • keine ausreichenden Rücklagen vorhanden sind
  • Sie langfristig Ihren Lebensstandard sichern möchten

Weniger sinnvoll ist sie bei vollständiger finanzieller Unabhängigkeit.

Entscheidend ist jedoch nicht nur das „Ob“, sondern das „Wie“. Leistungen, Bedingungen und Beiträge unterscheiden sich erheblich. Ein strukturierter, unabhängiger Vergleich hilft, passende Tarife transparent gegenüberzustellen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Was nun?

Wenn Sie prüfen möchten, welche Tarife zu Ihrer Situation passen, nutzen Sie unseren neutralen Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist das Risiko, berufsunfähig zu werden?

Statistisch wird etwa jeder vierte Erwerbstätige vor dem Rentenalter berufsunfähig. Die Hauptursachen sind psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Bewegungsapparats. Das Risiko betrifft nicht nur körperlich Tätige.

Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente aus?

In den meisten Fällen nicht. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt bei rund 1.041 € im Monat. Zudem wird nicht geprüft, ob Sie Ihren bisherigen Beruf ausüben können, sondern ob Sie generell noch arbeitsfähig sind.

Ist eine BU für junge Menschen sinnvoll?

Ja, oft besonders. Junge Menschen profitieren von niedrigen Beiträgen und besseren Gesundheitsannahmen. Ein früher Abschluss kann langfristig mehrere tausend Euro sparen.

Was passiert, wenn ich keine BU habe?

Ohne eine private Absicherung müssen Sie im Ernstfall mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente oder eigenen Rücklagen auskommen. Das kann bei einer längeren Berufsunfähigkeit schnell zu finanziellen Engpässen führen.

Gibt es günstigere Alternativen zur BU?

Ja, etwa die Grundfähigkeits-Versicherung oder die Dread-Disease-Versicherung. Diese decken jedoch nur bestimmte Risiken ab und bieten meist keinen umfassenden Einkommensschutz. Eine BU gilt weiterhin als umfassendste Lösung.

Wie finde ich heraus, ob eine BU für mich sinnvoll ist?

Entscheidend sind Ihr Einkommen, Ihre Fixkosten und Ihre finanzielle Reserve. Ein individueller Vergleich zeigt, welche Leistungen und Beiträge zu Ihrer Situation passen und ob sich der Abschluss für Sie lohnt.

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