Alles was Sie wissen müssen, wenn Sie einen Treppenlift in Bielefeld kaufen möchten.
Wussten Sie, dass die Stadt Bielefeld den Treppenlift wörtlich als förderfähige Maßnahme führt? In kaum einer anderen Kommune steht er so eindeutig in den Unterlagen. Über das städtische Modernisierungsprogramm sind bis zu 220.000 Euro je Wohneinheit möglich, mit einem Tilgungsnachlass von mindestens 25 Prozent. Ein Punkt ist dabei wichtig und wird oft missverstanden: Es handelt sich um ein Darlehen, nicht um einen Zuschuss. Ein Teil davon wird erlassen – den Rest zahlen Sie zurück. Für wen sich das lohnt und wann die Pflegekasse der bessere Weg ist, klären wir weiter unten.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was ein Treppenlift in Bielefeld kostet, welche Förderung Sie kombinieren können und worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten: Ein Sitzlift für eine gerade Treppe kostet rund 4.000 bis 8.000 Euro, für eine kurvige Treppe 8.000 bis 15.000 Euro. Plattformlifte für Rollstühle liegen darüber.
- Pflegekasse: 4.180 Euro je pflegebedürftiger Person, ab Pflegegrad 1 – der einzige echte Zuschuss, den die meisten erhalten.
- Stadt Bielefeld: Modernisierungsdarlehen bis 220.000 Euro je Wohneinheit mit 25 bis 35 Prozent Tilgungsnachlass, Treppenlift ausdrücklich förderfähig.
- NRW: zusätzlicher Tilgungsnachlass bei Schwerbehinderung oder Pflegegrad möglich.
- KfW: Der Zuschuss ist seit Ende Juli 2026 gestoppt. Verfügbar bleibt der zinsverbilligte Kredit Nr. 159.
- Immer gilt: erst beantragen, dann beauftragen. Keine Stelle fördert rückwirkend.
Was kostet ein Treppenlift in Bielefeld?
Der größte Preisfaktor ist der Treppenverlauf. Bei einer geraden Treppe wird eine Standardschiene abgelängt; bei Kurven, Podesten oder einer Wendelung muss die Schiene nach Aufmaß gefertigt werden. Das erklärt, warum sich die Preise fast verdoppeln können.
Richtwerte inklusive Montage. Stand: Oktober 2026.
Was den Preis zusätzlich beeinflusst: Länge der Fahrstrecke und Zahl der Etagen, Ausstattung wie klappbarer Sitz oder Fernbedienung, bauliche Anpassungen und der Aufwand beim Stromanschluss.
In Bielefeld lohnt der Blick auf den Gebäudetyp. In den Gründerzeitvierteln rund um die Innenstadt und in Teilen von Gadderbaum sind die Treppenhäuser oft gewendelt – dort wird meist eine Sonderanfertigung nötig. In den Siedlungs- und Nachkriegsbeständen in Brackwede, Sennestadt oder Baumheide sind die Treppen überwiegend gerade; hier entscheidet die nutzbare Restbreite. Als Faustregel gilt eine Treppenbreite ab etwa 70 Zentimetern.
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift?
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift für 1 oder 2 Etagen?
Weiterführend: Treppenlifte für enge, schmale und steile Treppen: Anbieter, Kosten & Förderung
Lieferzeit und Montage: Gerade Lifte sind oft innerhalb weniger Wochen verfügbar und an einem halben bis ganzen Tag montiert. Kurvige Ausführungen brauchen wegen der maßgefertigten Schiene meist vier bis acht Wochen Vorlauf.
Laufende Kosten: Die jährliche Wartung kostet rund 150 bis 300 Euro, der Stromverbrauch liegt meist unter 50 Euro im Jahr. Die Akkus halten typischerweise vier bis sechs Jahre und sorgen dafür, dass der Lift auch bei Stromausfall funktioniert.
Mieten, kaufen oder gebraucht?

Miete kostet üblicherweise 50 bis 150 Euro im Monat plus einer einmaligen Pauschale für Ein- und Ausbau. Wartung und Service sind in der Regel enthalten, viele Anbieter setzen eine Mindestlaufzeit an.
Ob sich das rechnet, hängt an der voraussichtlichen Nutzungsdauer: Bei 100 Euro im Monat zuzüglich 1.500 Euro Einbaupauschale sind nach gut drei Jahren rund 5.100 Euro erreicht – ungefähr der Kaufpreis eines geraden Sitzlifts.
Ein wichtiger Hinweis zur Förderung: Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, also Anschaffung und Einbau. Laufende Mietzahlungen für ein Leihgerät fallen nicht darunter. Wer einen Treppenlift mietet, sollte deshalb nicht mit dem Pflegekassen-Zuschuss kalkulieren. Dasselbe gilt für das städtische Modernisierungsdarlehen, das bauliche Maßnahmen finanziert.
Miete lohnt sich damit vor allem nach einer Operation oder in einer Reha-Phase, wenn der Bedarf absehbar vorübergehend ist.
Weiterführend: Was kostet ein Treppenlift zur Miete?

Gebrauchte Lifte
Sind bei geraden Treppen eine sinnvolle Option. Prüfen Sie Zustand, Alter und verbleibende Lebenserwartung und klären Sie, wer Wartung und Service übernimmt. Rechnen Sie die Ersparnis ehrlich durch – Anpassung der Schiene, Transport, Montage und Prüfung reduzieren den Preisvorteil deutlich. Bei kurvigen Treppen scheitert der Gebrauchtkauf fast immer an der maßgefertigten Schiene.
Achten Sie auf den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung: Beim Händlerkauf gilt die gesetzliche Gewährleistung, die bei gebrauchten Sachen auf ein Jahr verkürzt werden kann. Eine Herstellergarantie darüber hinaus ist freiwillig und muss schriftlich zugesagt sein. Beim Privatkauf entfällt die Gewährleistung in der Regel vollständig.
Förderung in Bielefeld

Pflegekasse: 4.180 Euro je Person
Der wichtigste Baustein – und für die meisten der einzige echte Zuschuss. Die Pflegekasse zahlt für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis zu 4.180 Euro, einmalig und ohne Rückzahlung.
Der Betrag gilt pro pflegebedürftiger Person, nicht pro Gerät. Leben mehrere Menschen mit Pflegegrad im Haushalt, summiert sich der Anspruch: 8.360 Euro bei zwei Personen, 12.540 Euro bei drei und 16.720 Euro bei vier – das gesetzliche Maximum, das auch für Wohngruppen gilt. Jede Person stellt einen eigenen Antrag bei ihrer Pflegekasse.
Voraussetzungen: ein anerkannter Pflegegrad zwischen 1 und 5 sowie eine Maßnahme in der häuslichen Umgebung. Mieter brauchen die Zustimmung des Vermieters. Entscheidend ist, dass die Pflegekasse den Antrag vor dem Einbau bewilligt.
Der Zuschuss ist nicht einmalig. Er gilt je Maßnahme, nicht ein Mal im Leben. Ändert sich die Pflegesituation so, dass weitere Anpassungen nötig werden, können Sie ihn erneut beantragen – wer heute den Treppenlift bezuschusst bekommt, kann später für die bodengleiche Dusche wieder einen Antrag stellen.
Weiterführend: Bei welchem Pflegegrad bekommt man einen Treppenlift?
Weiterführend: Welche Förderprogramme gibt es für altersgerechtes Wohnen?
Weiterführend: Welche Zuschüsse gibt es für Treppenlifte bei Pflegegrad 1, 2, 3, 4 und 5?

Stadt Bielefeld: Modernisierungsdarlehen mit Tilgungsnachlass
Bielefeld setzt die NRW-Wohnraumförderung mit einem eigenen Modernisierungsprogramm um – und führt den Treppenlift ausdrücklich im Katalog der förderfähigen Maßnahmen. Daneben sind unter anderem die Überwindung von Niveauunterschieden, ein Bad mit bodengleicher Dusche, barrierefreie Grundrisse, breitere Türen, eine unterfahrbare Küche, elektrische Türöffner, ein barrierefreier Balkon und der Aufzug förderfähig.
Die Konditionen:
- Darlehen über bis zu 100 Prozent der Bau- und Nebenkosten, bis zu 220.000 Euro je Miet- oder selbstgenutzter Wohneinheit
- Tilgungsnachlass von 25 Prozent, erweiterbar um je 5 Prozent für einen besseren Energiestandard und für ökologische Dämmstoffe – insgesamt bis zu 35 Prozent
- 0,0 Prozent Zinsen in den ersten zehn Jahren, danach 0,5 Prozent während der Zinsbindung
- 2 Prozent Tilgung, Sondertilgungen möglich, 0,5 Prozent Verwaltungskostenbeitrag im Jahr
Voraussetzungen:
- Das Gebäude muss seit mehr als fünf Jahren bezugsfertig sein und darf höchstens sechs Vollgeschosse haben; je Wohneinheit sind mindestens 35 Quadratmeter Wohnfläche nötig.
- Antragsberechtigt sind Eigentümer und Erbbauberechtigte.
- Die Arbeiten müssen von Fachbetrieben ausgeführt werden.
- Bei selbstgenutztem Eigentum gelten Einkommensgrenzen, mit Ausnahmen in bestimmten Erneuerungsgebieten.
- Bei vermieteten Wohnungen kommen Miet- und Belegungsbindungen hinzu.
Ansprechpartner: Stadt Bielefeld, Bauamt – Wohnraumförderung, August-Bebel-Straße 92, 33602 Bielefeld (Technisches Rathaus), bestandsfoerderung@bielefeld.de
Was ein Tilgungsnachlass praktisch bedeutet
Hier lohnt eine Einordnung, weil Darlehen und Zuschuss leicht verwechselt werden.
Ein Zuschuss – wie der von der Pflegekasse – wird ausgezahlt und nicht zurückgefordert. Ein Darlehen mit Tilgungsnachlass funktioniert anders: Sie nehmen einen Kredit auf und zahlen ihn über Jahre zurück, aber ein Teil der Schuld wird Ihnen erlassen. Bei 25 Prozent Tilgungsnachlass und einem Darlehen von 10.000 Euro müssen Sie also 7.500 Euro zurückzahlen – zinsfrei in den ersten zehn Jahren.
Für wen sich das lohnt: vor allem dann, wenn der Treppenlift Teil eines größeren Umbaus ist – etwa zusammen mit dem Bad oder einer energetischen Sanierung. Dann wird aus dem Nachlass ein spürbarer Betrag, und die zinsfreien Jahre tragen zusätzlich.
Wann es weniger passt: Wer ausschließlich einen Lift für 5.000 Euro einbauen lässt, wägt den Aufwand für Antrag, Grundbuchsicherung und laufende Rückzahlung gegen einen Nachlass von rund 1.000 Euro ab. In diesem Fall ist der Pflegekassen-Zuschuss meist der einfachere Weg. Lassen Sie sich im Bauamt beraten, bevor Sie sich entscheiden.
Nordrhein-Westfalen: Zusatznachlass bei Pflegegrad
Die Bielefelder Förderung ist Teil der öffentlichen Wohnraumförderung des Landes. Für selbstgenutztes Wohneigentum sieht das Land Tilgungsnachlässe nach Einkommensgruppen vor – 25 Prozent in der unteren, 15 Prozent in der oberen Gruppe. Die Grenzen richten sich nach dem Wohnraumförderungsgesetz NRW; die obere Gruppe liegt bis zu 40 Prozent über der Grundgrenze.
Besonders relevant: Zusätzliche Nachlässe sind unter anderem bei Schwerbehinderung oder einem Pflegegrad möglich – also genau in der Situation, in der ein Treppenlift gebraucht wird. Weisen Sie bei der Antragstellung aktiv darauf hin.
Darlehen unter 5.000 Euro werden nicht bewilligt, und es darf nicht vor der Antragstellung mit den Arbeiten begonnen werden. Die konkreten Konditionen setzt die Stadt als Bewilligungsbehörde um – maßgeblich ist, was Ihnen das Bauamt bestätigt.
Was mit der KfW ist
Der KfW-Zuschuss „Altersgerecht Umbauen – Barrierereduzierung" ist seit Ende Juli 2026 gestoppt. Die vom Bundesbauministerium für 2026 bereitgestellten Mittel sind vollständig mit Anträgen belegt, neue Anträge sind nicht möglich. Bestehende Zusagen bleiben gültig.
Das Programm war im April 2026 schon einmal wiedereröffnet worden und war Ende Juli bereits wieder erschöpft. Ob und wann es erneut öffnet, ist offen. Zur Einordnung, falls es wieder anläuft: Einzelmaßnahmen wurden zuletzt mit 10 Prozent der Kosten bis maximal 2.500 Euro gefördert – nicht 5.000 Euro, wie häufig zu lesen ist.

Weiterhin verfügbar ist der zinsverbilligte KfW-Kredit mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Er kann eine Alternative sein, wenn das städtische Programm nicht passt. Die Konditionen ändern sich laufend – den aktuellen Zinssatz erfahren Sie bei Ihrer Hausbank.
Weiterführend: Alles zur KfW-Förderung für Treppenlifte
Weitere Kostenträger und die Steuer

Die Krankenkasse zahlt in aller Regel nicht. Ein Treppenlift gilt nicht als Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung, weil er fest mit dem Gebäude verbunden ist.
Weiterführend: Alle Infos zur Treppenlift-Förderung durch Krankenkassen
Die Berufsgenossenschaft kommt infrage, wenn die Einschränkung Folge eines Arbeits- oder Wegeunfalls ist. Dann wird der Lift als Leistung zur Teilhabe übernommen, oft deutlich großzügiger als über die Pflegekasse.
Das Sozialamt kann im Rahmen der Hilfe zur Pflege einspringen, wenn Einkommen und Vermögen nicht ausreichen. Diese Leistung ist nachrangig gegenüber allen anderen Töpfen.
Weiterführend: Übernimmt das Sozialamt die Kosten?
Steuerlich lässt sich der selbst getragene Teil als außergewöhnliche Belastung geltend machen, wenn die medizinische Notwendigkeit nachgewiesen ist – das Finanzamt rechnet dabei eine zumutbare Eigenbelastung an. Alternativ können Sie die Lohnkosten des Einbaus als Handwerkerleistung ansetzen und 20 Prozent davon direkt von der Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 Euro im Jahr.
Geförderte Beträge zählen nicht mit, und beide Wege lassen sich für denselben Betrag nicht kombinieren. Lassen Sie sich die Rechnung so ausstellen, dass Arbeits- und Materialkosten getrennt ausgewiesen sind.
Weiterführend: Treppenlift von der Steuer absetzen
So gehen Sie in der richtigen Reihenfolge vor

Der häufigste und teuerste Fehler ist die falsche Reihenfolge. Das gilt in Bielefeld besonders: Beim städtischen Programm darf vor der Antragstellung nicht begonnen werden, und auch die Pflegekasse muss vorher bewilligen.
Schritt 1 – Beratung im Bauamt
- Klären Sie früh, ob Ihr Vorhaben über das Modernisierungsprogramm förderfähig ist und ob sich der Aufwand für Ihre Größenordnung lohnt.
Schritt 2 – Zustimmung klären
- Bei Miet- oder Eigentumswohnung früh einholen; sie ist Voraussetzung für die Förderanträge.
Schritt 3 – Kostenvoranschläge
- Zwei bis drei Angebote einholen, mit getrennt ausgewiesenen Material- und Lohnkosten.
- Das brauchen Sie für Förderanträge und Steuer.
Schritt 4 – Pflegekasse
- Falls ein Pflegegrad vorliegt, hier zuerst beantragen.
Schritt 5 – Städtisches Darlehen
- Beantragen und die Bewilligung abwarten.
- Weisen Sie auf Schwerbehinderung oder Pflegegrad hin, wenn das zutrifft.
Schritt 6 – Auftrag erteilen.
- Erst jetzt.
Welcher Lift passt zu Ihrer Treppe?

Der Sitzlift ist die häufigste Lösung für alle, die noch selbstständig sitzen und sich auf den Sitz setzen können. Die Schiene wird an den Stufen befestigt, nicht an der Wand – in Altbauten ein praktischer Vorteil.
Der Stehlift ist eine Variante für sehr schmale Treppenhäuser und für Menschen, denen das Hinsetzen schwerfällt, etwa bei versteiftem Hüft- oder Kniegelenk.
Der Plattformlift befördert einen Rollstuhl samt Nutzer und ist typischerweise für Lasten bis rund 200 Kilogramm ausgelegt. Er braucht deutlich mehr Platz, ist aber die einzige Lösung für Menschen, die nicht umsetzen können.
Der Hublift überwindet geringe Höhen, typischerweise die Stufen am Hauseingang.
Der Homelift fährt wie ein kleiner Aufzug senkrecht durch die Geschosse. Er braucht einen Deckendurchbruch und ist die teuerste Variante, dafür unabhängig vom Treppenverlauf.

Zur Sicherheitstechnik:
- Moderne Lifte stoppen über Sensoren am Fußbrett bei Hindernissen, laufen im Akkubetrieb auch bei Stromausfall und verfügen über einen Notablass.
- Ein Notrufknopf ist bei vielen Modellen optional erhältlich.
- Lassen Sie sich diese Funktionen bei der Einweisung zeigen.
Genehmigung, Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft

Im eigenen Einfamilienhaus ist für einen Treppenlift in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Eine Ausnahme ist der Denkmalschutz – in Bielefeld betrifft das unter anderem Gebäude in der Altstadt und in Teilen von Gadderbaum. Bei Eingriffen in das Treppenhaus ist dann eine denkmalrechtliche Abstimmung erforderlich. Ein Lift an der Treppenwange ist meist unproblematisch, Eingriffe in ein historisches Geländer dagegen nicht.
Als Mieter haben Sie einen Anspruch darauf, dass der Vermieter einer angemessenen baulichen Veränderung zur barrierefreien Nutzung zustimmt. Die Kosten tragen Sie selbst, und der Vermieter kann einen Rückbau beim Auszug verlangen – lassen Sie sich die Vereinbarung dazu schriftlich geben, bevor Sie beauftragen. Weisen Sie bei der Gelegenheit auf das städtische Programm hin: Baut der Vermieter selbst ein, kann er das Darlehen nutzen.
Weiterführend: Wann darf der Vermieter den Einbau eines Treppenlifts verweigern?
In einer Eigentümergemeinschaft haben Sie seit der Reform des Wohnungseigentumsrechts einen vergleichbaren Anspruch: Angemessene bauliche Veränderungen für die Barrierefreiheit können Sie verlangen, müssen sie aber selbst bezahlen. Beschlossen wird in der Eigentümerversammlung; planen Sie den zeitlichen Vorlauf ein.
Weiterführend: Treppenlift im WEG-Recht – Was gilt für Eigentümergemeinschaften?
Anbieter in Bielefeld: worauf Sie achten sollten

Der Treppenlift-Markt ist stark von Vermittlern geprägt. In Branchenverzeichnissen finden sich viele Einträge mit dem Stadtnamen im Firmennamen – dahinter stehen häufig Vermittlungsgesellschaften, die Ihre Anfrage weiterreichen, nicht der Betrieb, der am Ende montiert und wartet.
Statt einzelne Betriebe anzufragen, können Sie über unseren kostenlosen Vergleich Angebote mehrerer geprüfter Anbieter erhalten und Preise und Leistungen direkt gegenüberstellen.
Wartung und Lebensdauer

Ein Treppenlift hält bei regelmäßiger Wartung 15 bis 20 Jahre. Die jährliche Wartung umfasst die Prüfung von Antrieb, Schiene, Sicherheitssensoren und Akkus und kostet rund 150 bis 300 Euro.
Wie oft gewartet werden sollte, hängt vom Einsatz ab. Die einschlägige Norm DIN EN 13015 regelt die Anforderungen an Instandhaltungsanweisungen; eine gesetzliche Prüfpflicht für den privaten Lift im Eigenheim folgt daraus nicht. Als Orientierung hat sich etabliert:
Die Akkus sind das Verschleißteil:
- Sie halten typischerweise vier bis sechs Jahre, der Austausch liegt im niedrigen dreistelligen Bereich.
- Klären Sie vor dem Kauf, wie lange der Hersteller Ersatzteile vorhält.
Fazit

Bielefeld gehört zu den Städten mit der klarsten Förderzusage: Der Treppenlift steht wörtlich im Katalog des städtischen Modernisierungsprogramms. Möglich sind Darlehen bis 100.000 Euro je Wohneinheit mit 20 bis 30 Prozent Tilgungsnachlass und zehn zinsfreien Jahren – und über die NRW-Systematik ein zusätzlicher Nachlass bei Schwerbehinderung oder Pflegegrad.
Entscheidend ist, die Programme richtig einzuordnen. Die Pflegekasse zahlt einen echten Zuschuss von 4.180 Euro je Person, den Sie nicht zurückzahlen. Das städtische Programm ist ein Darlehen – stark, wenn der Lift Teil eines größeren Umbaus ist, aber für eine einzelne Maßnahme von wenigen tausend Euro oft mehr Aufwand als Nutzen.
Für Mietgeräte gibt es keine Förderung: Weder die Pflegekasse noch das Modernisierungsdarlehen finanzieren laufende Mietzahlungen.
Der beste erste Schritt ist ein Anruf bei der Wohnraumförderung im Bauamt. Dort klärt sich, welcher Weg für Ihre Größenordnung passt – bevor Sie ein Angebot unterschreiben.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Treppenlift in Bielefeld?
Ein Sitzlift für eine gerade Treppe kostet rund 4.000 bis 8.000 Euro, für eine kurvige Treppe 8.000 bis 15.000 Euro. Plattformlifte liegen bei 9.000 bis 20.000 Euro. Hinzu kommen rund 150 bis 300 Euro Wartung im Jahr.
Fördert die Stadt Bielefeld einen Treppenlift?
Ja. Das städtische Modernisierungsprogramm führt den Treppenlift ausdrücklich als förderfähige Maßnahme. Möglich ist ein Darlehen bis 220.000 Euro je Wohneinheit mit 25 bis 35 Prozent Tilgungsnachlass und zehn zinsfreien Jahren.
Ist das ein Zuschuss oder ein Kredit?
Ein Darlehen mit Tilgungsnachlass. Sie zahlen es zurück, aber ein Teil der Schuld wird erlassen – bei 20 Prozent und 10.000 Euro Darlehen also 8.000 Euro Rückzahlung. Einen echten Zuschuss gibt es nur von der Pflegekasse.
Wie viel zahlt die Pflegekasse?
4.180 Euro je pflegebedürftiger Person, ab Pflegegrad 1 und unabhängig vom Lifttyp. Bei mehreren Berechtigten im Haushalt summiert sich der Betrag bis zum gesetzlichen Maximum von 16.720 Euro. Der Zuschuss gilt je Maßnahme und lässt sich bei veränderter Pflegesituation erneut beantragen.
Bekomme ich für einen Mietlift eine Förderung?
Nein. Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, also Anschaffung und Einbau – nicht laufende Mietzahlungen. Auch das städtische Darlehen finanziert bauliche Maßnahmen, keine Miete.
Gibt es bei Pflegegrad oder Schwerbehinderung mehr?
In der NRW-Wohnraumförderung sind zusätzliche Tilgungsnachlässe unter anderem bei Schwerbehinderung oder einem Pflegegrad vorgesehen. Weisen Sie bei der Antragstellung aktiv darauf hin und lassen Sie sich die konkrete Höhe vom Bauamt bestätigen.
Gibt es noch KfW-Förderung?
Der Zuschuss ist seit Ende Juli 2026 gestoppt. Bestehende Zusagen bleiben gültig. Der zinsverbilligte KfW-Kredit Nr. 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit steht weiterhin zur Verfügung.
Muss ich den Antrag vor dem Kauf stellen?
Ja, bei allen Programmen. Beim städtischen Darlehen darf vor der Antragstellung nicht mit den Arbeiten begonnen werden, und die Pflegekasse muss vor dem Einbau bewilligen.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Im eigenen Einfamilienhaus in der Regel nicht. Eine Ausnahme ist der Denkmalschutz – dann ist bei Eingriffen in das Treppenhaus eine denkmalrechtliche Abstimmung nötig. In Mietshäusern brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters.
Wie oft muss ein Treppenlift gewartet werden?
Im Privathaushalt wird eine jährliche Wartung empfohlen, bei Außenanlagen und Hubliften eine halbjährliche. Eine gesetzliche Prüfpflicht für den privaten Lift im Eigenheim gibt es nicht; in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden gelten strengere Vorgaben.
Zahlt die Krankenkasse einen Treppenlift?
In aller Regel nicht, weil er fest mit dem Gebäude verbunden ist. Anders liegt der Fall bei einem Arbeits- oder Wegeunfall – dann ist die Berufsgenossenschaft zuständig.
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