Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

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Wussten Sie, dass sich die Antwort auf diese Frage gerade grundlegend verschiebt? Wer seine Anlage 2026 in Betrieb nimmt, erhält noch 20 Jahre lang eine feste Einspeisevergütung. Nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 soll diese für neue Anlagen ab Januar entfallen – dann entscheidet fast nur noch der Eigenverbrauch über die Rendite.

Die kurze Antwort lautet trotzdem: Ja, eine Photovoltaikanlage lohnt sich – realistisch amortisiert sie sich nach rund 11 bis 13 Jahren und läuft danach noch viele Jahre weiter. Dieser Ratgeber zeigt an drei Rechenbeispielen, wann sich eine Anlage besonders rechnet, ob Teil- oder Volleinspeisung besser ist und was sich für Anlagen ab 2027 ändern soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Amortisation: Bei heutigen Strompreisen rund 11 bis 13 Jahre, je nach Standort, Eigenverbrauch und Anlagengröße. Bei 25 bis 30 Jahren Lebensdauer erwirtschaftet die Anlage danach noch lange Überschüsse.
  • Eigenverbrauch entscheidet: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund 37 Cent Netzstrom, jede eingespeiste bringt 7,70 Cent (Teileinspeisung bis 10 kWp).
  • Volleinspeisung ist keine Nische: Mit 12,22 ct/kWh kann sie sich für Haushalte mit sehr geringem Tagesverbrauch durchaus lohnen – nach dem EEG-2027-Entwurf aber nur noch bei Inbetriebnahme bis Ende 2026.
  • Kosten: Eine 10-kWp-Anlage kostet rund 10.000 bis 15.000 Euro, mit 10-kWh-Speicher 15.000 bis 23.000 Euro – ohne Mehrwertsteuer dank Nullsteuersatz.
  • Förderung: Nullsteuersatz, Einkommensteuerbefreiung bis 30 kWp je Einheit und KfW-Kredit 270. Zuschüsse vom Bund gibt es nicht, regionale Zuschüsse nur noch vereinzelt.
  • Zeitpunkt: Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die feste Vergütung für 20 Jahre. Ab 2027 soll sie nach dem Regierungsentwurf durch eine befristete Übergangszahlung ersetzt werden – der Entwurf ist aber noch kein Gesetz.

Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?

Die Preise für Photovoltaik sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Module kosten heute nur noch rund 11 bis 13 Cent je Wattpeak – ein Bruchteil dessen, was vor fünf Jahren üblich war. Der größere Teil der Kosten entfällt inzwischen auf Wechselrichter, Montage, Elektroinstallation und Gerüst.

AnlageOhne SpeicherMit Speicher
5 kWpca. 7.000–9.500 €mit 5 kWh: ca. 10.500–14.000 €
7 kWpca. 8.500–12.000 €mit 7 kWh: ca. 12.500–17.000 €
10 kWpca. 10.000–15.000 €mit 10 kWh: ca. 15.000–23.000 €
15 kWpca. 14.000–20.000 €mit 15 kWh: ca. 22.000–28.000 €

Schlüsselfertige Preise inklusive Montage, Wechselrichter und Netzanschluss, ohne Mehrwertsteuer durch den Nullsteuersatz. Stand: September 2026.

Das entspricht rund 1.000 bis 1.600 Euro je kWp. Größere Anlagen sind je kWp günstiger, weil sich Fixkosten auf mehr Leistung verteilen. Speicher kosten installiert rund 300 bis 700 Euro je Kilowattstunde; mehr als 600 Euro je kWh sollten Sie nicht bezahlen.

Laufende Kosten für Versicherung, Messstellenbetrieb, Wartung und Rücklagen liegen bei rund 200 bis 400 Euro im Jahr. Rechnen Sie außerdem damit, den Wechselrichter während der Laufzeit einmal zu tauschen (1.500 bis 2.500 Euro).

Weiterführend: Was kostet eine 10 kWp Photovoltaikanlage mit Speicher?

Wovon die Wirtschaftlichkeit abhängt

Wovon die Wirtschaftlichkeit abhängt
Bild: Checkfox.de

Der wichtigste Faktor: Eigenverbrauch

Solarstrom vom eigenen Dach kostet über die Lebensdauer rund 8 bis 12 Cent je Kilowattstunde. Netzstrom kostet rund 37 Cent. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen statt einzuspeisen, bringt also fast fünfmal so viel wie die Einspeisevergütung.

Dabei werden zwei Kennzahlen häufig verwechselt:

  • Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welchen Anteil Ihres Solarstroms Sie selbst nutzen.
  • Der Autarkiegrad gibt an, welchen Anteil Ihres Stromverbrauchs die Anlage deckt.

Ohne Speicher nutzt ein typischer Haushalt nur rund 20 bis 30 Prozent seines Solarstroms selbst – der Rest fällt mittags an, wenn niemand zu Hause ist. Mit Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto steigt der Wert auf rund 55 bis 70 Prozent. Angaben von 80 oder 90 Prozent sind für Einfamilienhäuser nicht realistisch.

Weiterführend: Wallbox-Förderung und Kosten: Was gilt und was lohnt sich wirklich?

Weiterführend: E-Auto-Förderung Prämien, Steuervorteile, THG-Quote und Wallbox-Zuschüsse

Der Standort

Wie viel Strom eine Anlage erzeugt, hängt stark von der Region ab. Der Unterschied zwischen Nord- und Süddeutschland beträgt rund 15 bis 20 Prozent.

RegionSpezifischer ErtragBeispielstädte
Norddeutschlandca. 875–950 kWh/kWpHamburg, Bremen, Hannover, Bielefeld
Mitte und Westenca. 950–1.000 kWh/kWpDortmund, Köln, Leipzig, Saarland
Süddeutschlandca. 1.000–1.100 kWh/kWpMünchen, Nürnberg, Freiburg

Werte für gut ausgerichtete Dächer (Süd, 30–35 Grad). Ost-West-Dächer liefern rund 10 bis 15 Prozent weniger, verteilen die Erzeugung aber gleichmäßiger über den Tag.

Auch im Winter erzeugt eine Anlage Strom, allerdings deutlich weniger: Rund zwei Drittel des Jahresertrags fallen im Sommerhalbjahr an. Eine 10-kWp-Anlage in Süddeutschland liefert im Juni rund 1.300 bis 1.400 kWh, im Dezember nur rund 200 kWh.

Die Anlagengröße

Bei den heutigen Modulpreisen lohnt es sich meist, das Dach großzügig zu belegen – zusätzliche Module kosten wenig, und ein höherer Ertrag erhöht auch den Eigenverbrauch in der Übergangszeit.

HaushaltStromverbrauchEmpfohlene LeistungSpeicher (optional)
1–2 Personen2.500–3.500 kWh4–6 kWp5–7 kWh
3–4 Personen4.000–5.500 kWh7–10 kWp7–10 kWh
Mit Wärmepumpe oder E-Auto7.000–10.000 kWh10–15 kWp10–15 kWh

Drei Rechenbeispiele

Drei Rechenbeispiele
Bild: Checkfox.de

Die folgenden Beispiele rechnen mit einem mittleren Ertrag von 950 kWh je kWp, einem Netzstrompreis von 37 Cent, den aktuellen Einspeisesätzen und laufenden Kosten. Förderzuschüsse sind nicht eingerechnet.

Beispiel A: Familie ohne Wärmepumpe – 7 kWp, Teileinspeisung, ohne Speicher

Ein Vier-Personen-Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch installiert eine 7-kWp-Anlage für rund 9.500 Euro. Die Anlage erzeugt etwa 6.650 kWh.

Die Familie nutzt davon rund 1.550 kWh selbst und spart etwa 575 Euro. Die übrigen 5.100 kWh bringen bei 7,70 Cent rund 390 Euro. Abzüglich 200 Euro laufender Kosten bleiben knapp 770 Euro im Jahr – Amortisation nach gut 12 Jahren.

Weiterführend: Was kostet eine 7 kWp Photovoltaikanlage mit Speicher?

Beispiel B: Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto – 10 kWp mit Speicher

Ein Haushalt mit 9.000 kWh Verbrauch installiert eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher für rund 19.000 Euro. Die Anlage erzeugt etwa 9.500 kWh.

Durch Speicher, Wärmepumpe und Wallbox nutzt der Haushalt rund 4.800 kWh selbst. Weil ein Teil davon den günstigeren Wärmepumpentarif ersetzt, rechnen wir mit einem Mischpreis von 33 Cent: rund 1.585 Euro Ersparnis. Die eingespeisten 4.700 kWh bringen weitere 360 Euro. Abzüglich 300 Euro laufender Kosten sind das gut 1.650 Euro im Jahr – Amortisation nach etwa 11,5 Jahren.

Die Wärmepumpe braucht ihren Strom überwiegend im Winter. Ihr Bedarf wird deshalb auch mit Speicher nur zu rund 20 bis 35 Prozent aus Solarstrom gedeckt – der hohe Eigenverbrauch entsteht vor allem durch Haushaltsstrom, E-Auto und die Übergangszeit.

Weiterführend: Was kostet eine 10 kWp Photovoltaikanlage mit Speicher?

Beispiel C: Volleinspeisung – 10 kWp ohne Speicher

Ein Haushalt belegt das Dach mit 10 kWp für rund 13.000 Euro und speist den gesamten Strom ein. Bei 9.500 kWh und 12,22 Cent Volleinspeisungsvergütung ergeben sich rund 1.160 Euro im Jahr. Abzüglich 200 Euro laufender Kosten bleiben rund 960 Euro – Amortisation nach etwa 13,5 Jahren.

Die Beispiele im Vergleich

A: 7 kWp, TeileinspeisungB: 10 kWp + SpeicherC: 10 kWp, Volleinspeisung
Investition9.500 €19.000 €13.000 €
Eigenverbrauchca. 1.550 kWhca. 4.800 kWh–
Ertrag nach laufenden Kostenca. 770 €/Jahrca. 1.650 €/Jahrca. 960 €/Jahr
Amortisationgut 12 Jahreca. 11,5 Jahreca. 13,5 Jahre

Im Norden verlängert sich die Amortisation um rund ein Jahr, im Süden verkürzt sie sich entsprechend. Steigende Strompreise verbessern die Beispiele A und B.

Berechnen Sie Ihre eigene Amortisation: Photovoltaik-Amortisationsrechner

Teileinspeisung oder Volleinspeisung?

Teileinspeisung oder Volleinspeisung?
Bild: Checkfox.de

Für die meisten Eigenheime ist die Teileinspeisung die bessere Wahl – aber der Abstand ist kleiner, als oft behauptet wird. Die Volleinspeisung bringt je Kilowattstunde rund 60 Prozent mehr Vergütung, verzichtet dafür aber vollständig auf die Ersparnis durch selbst genutzten Strom.

Entscheidend ist, wie viel Strom Sie tagsüber tatsächlich selbst verbrauchen würden. Ein Beispiel mit derselben 10-kWp-Anlage:

  • Ein Vier-Personen-Haushalt, der rund 1.700 kWh selbst nutzt, kommt mit Teileinspeisung auf gut 1.000 Euro im Jahr – mehr als mit Volleinspeisung.
  • Ein Haushalt, der tagsüber kaum zu Hause ist und nur rund 600 kWh selbst nutzt, kommt mit Teileinspeisung auf gut 700 Euro – deutlich weniger als die rund 960 Euro der Volleinspeisung.

Die Volleinspeisung ist damit vor allem für Haushalte mit sehr geringem Tagesverbrauch interessant, für Zweitanlagen auf Nebengebäuden oder als Teil einer Kombination: Seit dem Solarpaket I können zwei Anlagen auf einem Grundstück getrennt betrieben werden – eine für den Eigenverbrauch, eine für die Volleinspeisung.

Wichtig: Nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 soll der höhere Satz für die Volleinspeisung für neue Anlagen ersatzlos entfallen. Wer die Volleinspeisung nutzen möchte, muss die Anlage also bis Ende 2026 in Betrieb nehmen.

Lohnt sich ein Speicher?

Lohnt sich ein Speicher?
Bild: Checkfox.de

Ein Speicher hebt die Eigenverbrauchsquote von rund 25 auf 55 bis 70 Prozent. Er kostet für ein Einfamilienhaus aber auch 3.000 bis 7.000 Euro zusätzlich und hält mit 10 bis 15 Jahren meist kürzer als die Module.

Ein Speicher lohnt sich besonders, wenn Sie abends viel Strom verbrauchen, eine Wärmepumpe oder ein E-Auto haben, oder wenn Sie sich gegen künftig sinkende Einspeiseerlöse absichern möchten. Weniger sinnvoll ist er bei geringem Verbrauch oder wenn Sie tagsüber ohnehin viel Strom nutzen, etwa im Homeoffice.

Weiterführend: Wärmepumpen-Förderung: Bis zu 80 % Zuschuss

Weiterführend: E-Auto-Förderung Prämien, Steuervorteile, THG-Quote und Wallbox-Zuschüsse

Rein rechnerisch verlängert ein Speicher die Amortisation in vielen Fällen leicht, weil seine Kosten höher sind als die zusätzliche Ersparnis. Mit dem geplanten Wegfall der festen Einspeisevergütung ab 2027 dürfte sich das Verhältnis aber zugunsten des Speichers verschieben: Je weniger die eingespeiste Kilowattstunde bringt, desto wertvoller wird jede selbst genutzte.

Die Rahmenbedingungen 2026

Die Rahmenbedingungen 2026
Bild: Checkfox.de

Einspeisevergütung

Für Anlagen, die zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 in Betrieb gehen, gelten folgende Sätze:

AnlagenteilTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWp7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
10–40 kWp6,66 ct/kWh10,24 ct/kWh
40–100 kWp5,44 ct/kWh10,24 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur. Die Sätze werden anteilig nach Leistung berechnet und sinken halbjährlich zum 1. Februar und 1. August um rund 1 Prozent.

Der Satz bei Inbetriebnahme gilt für das Inbetriebnahmejahr plus 20 volle Kalenderjahre.

Weiterführend: Photovoltaik-Einspeisevergütung - Höhe & Entwicklung

Solarspitzengesetz

Seit dem 25. Februar 2025 gilt für neue Anlagen: Bei negativen Börsenstrompreisen gibt es keine Vergütung; die ausgefallenen Zeiten werden anteilig an das Ende der 20 Jahre angehängt. Ohne ein intelligentes Messsystem dürfen höchstens 60 Prozent der Leistung eingespeist werden – das betrifft nur die Einspeisung, nicht den Eigenverbrauch. Über 7 kW ist ein Smart Meter Pflicht. Für Anlagen mit hohem Eigenverbrauch sind die Einbußen meist gering; bei Volleinspeisung ohne Smart Meter fallen sie stärker ins Gewicht.

Steuern

Nullsteuersatz: Seit dem 1. Januar 2023 fällt auf Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden keine Mehrwertsteuer an – einschließlich Speicher, Wechselrichter und Montage. Die Regelung ist unbefristet.

Weiterführend: PV-Anlage und die Mehrwertsteuer – 0 % für alle, die es richtig machen

Einkommensteuerbefreiung: Einnahmen aus Photovoltaikanlagen bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit – insgesamt bis 100 kWp je Steuerpflichtigem – sind einkommensteuerfrei. Eine Gewinnermittlung ist für diese Anlagen nicht nötig.

Förderung

Vom Bund gibt es keine Zuschüsse für private Photovoltaikanlagen oder Speicher – weder von der KfW noch vom BAFA. Die KfW bietet mit dem Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard" einen zinsgünstigen Kredit, der Anlage und Speicher bis zur vollen Investitionssumme finanzieren kann. Die Zinsen ändern sich laufend und hängen von der Bonität ab.

Weiterführend: Photovoltaik-Förderung im Überblick | KfW-Förderung für Photovoltaik

Regionale Zuschüsse sind inzwischen selten. Einzelne Städte und Energieversorger fördern Dachanlagen oder Balkonkraftwerke noch, etwa Dortmund mit einem Pauschalzuschuss für Eigenheime oder der Fonds proKlima in der Region Hannover. In den meisten Bundesländern gibt es aber keine Landeszuschüsse mehr für private Dachanlagen. Einen Überblick nach Bundesland finden Sie in nachfolgend:

Solarpflicht

In mehreren Bundesländern gilt eine Solarpflicht für Neubauten, in einigen auch bei größeren Dachsanierungen – etwa in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg. Wer ohnehin installieren muss, sollte die Anlage gleich so planen, dass sie sich wirtschaftlich lohnt.

Weiterführend: Solarpflicht in Deutschland – Was Hausbesitzer jetzt wissen müssen

Lohnt sich Photovoltaik auch nach 2026 noch?

Lohnt sich Photovoltaik auch nach 2026 noch?
Bild: Checkfox.de

Am 29. Juli 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf eines neuen Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen. Er ist noch kein Gesetz – der Bundestag berät ihn seit September, Änderungen sind möglich. Die geplanten Eckpunkte für neue Anlagen:

  • Die feste Einspeisevergütung soll ab dem 1. Januar 2027 entfallen. Stattdessen gibt es für kleinere Anlagen eine auf 36 Monate befristete Übergangszahlung von rund 5 Cent je Kilowattstunde.
  • Danach wird der eingespeiste Strom am Markt vermarktet – mit einem befristeten Bonus für kleine Anlagen, die in die Direktvermarktung wechseln.
  • Der höhere Satz für die Volleinspeisung entfällt.
  • Die Einspeiseleistung soll dauerhaft auf 50 Prozent der Anlagenleistung begrenzt werden.
  • Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, sollen ihre 20-jährige Vergütung nach bisherigem Recht behalten.

Was das für die Wirtschaftlichkeit bedeutet

Wie stark die Reform eine Anlage trifft, hängt am Eigenverbrauch. Nimmt man vereinfacht an, dass eingespeister Strom künftig im Schnitt nur noch rund 4 bis 5 Cent bringt, verlängert sich die Amortisation in Beispiel A (wenig Eigenverbrauch) von gut 12 auf rund 15 Jahre.

In Beispiel B (hoher Eigenverbrauch mit Speicher) wären es nur rund ein Jahr mehr. Die Volleinspeisung aus Beispiel C wäre für neue Anlagen praktisch nicht mehr wirtschaftlich.

Photovoltaik lohnt sich also auch ab 2027 – aber anders:

Die Anlage muss konsequenter auf den eigenen Verbrauch ausgelegt werden. Speicher, Wärmepumpe, E-Auto und ein intelligentes Energiemanagement gewinnen an Bedeutung, und ein dynamischer Stromtarif kann zusätzlich helfen.

Für 2026 heißt das: Vom ersten Angebot bis zur Inbetriebnahme vergehen meist sechs bis zehn Wochen. Wer die feste Vergütung noch sichern möchte, sollte zeitnah Angebote einholen.

Weiterführend: Photovoltaik-Einspeisevergütung: Höhe und Entwicklung

Weiterführend: Wärmepumpen-Förderung: Bis zu 80 % Zuschuss

Weiterführend: E-Auto-Förderung Prämien, Steuervorteile, THG-Quote und Wallbox-Zuschüsse

Wann sich eine Anlage besonders lohnt – und wann weniger

Wann sich eine Anlage besonders lohnt – und wann weniger
Bild: Checkfox.de

Besonders lohnend ist eine Anlage, wenn Ihr Dach nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtet und kaum verschattet ist, wenn Sie einen hohen Stromverbrauch haben – vor allem mit Wärmepumpe oder E-Auto –, wenn Sie tagsüber häufig zu Hause sind oder Verbraucher flexibel steuern können, und wenn Sie die Anlage noch 2026 in Betrieb nehmen.

Weniger lohnend oder genauer zu prüfen ist sie bei starker Verschattung, reinen Norddächern mit steiler Neigung, einem Dach, das in den nächsten Jahren saniert werden muss, oder sehr geringem Stromverbrauch nach 2026, wenn die Volleinspeisung als Alternative entfällt.

Ein Punkt, der oft übersehen wird:

  • Steht eine Dachsanierung in den nächsten Jahren an, sollten Sie diese vorziehen.
  • Eine Anlage bleibt 25 bis 30 Jahre auf dem Dach; eine spätere Demontage und Neumontage kostet mehrere tausend Euro.

Kaufen, mieten oder pachten?

Kaufen, mieten oder pachten?
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ModellVorteileNachteile
Kauf (eigen- oder kreditfinanziert)Anlage und Erträge gehören Ihnen; Nullsteuersatz und Einkommensteuerbefreiung voll nutzbar; höchste RenditeEinmalige Investition oder Kredit nötig
Miete / LeasingKein Eigenkapital; Wartung und Versicherung oft inklusiveÜber die Laufzeit meist deutlich teurer; Verträge oft 15–20 Jahre; Anlage gehört Ihnen nicht
DachverpachtungKein Aufwand, kleine PachtzahlungSolarstrom steht Ihnen nicht zur Verfügung; lange Bindung

Unser Rat:

  • Wer die Investition aus Rücklagen oder über einen Kredit finanzieren kann, fährt mit dem Kauf in aller Regel besser.
  • Miet- und Leasingangebote sollten Sie über die gesamte Laufzeit durchrechnen und mit einem Kaufangebot vergleichen.

Fazit

Fazit
Bild: Checkfox.de

Ja, eine Photovoltaikanlage lohnt sich auch 2026. Bei heutigen Preisen und Strompreisen amortisiert sie sich realistisch nach rund 11 bis 13 Jahren – im Süden etwas schneller, im Norden etwas langsamer – und erzeugt danach noch viele Jahre günstigen Strom. Der wichtigste Hebel ist der Eigenverbrauch; die Volleinspeisung kann für Haushalte mit sehr geringem Tagesverbrauch aber ebenfalls sinnvoll sein.

Zuschüsse vom Bund gibt es nicht, dafür den Nullsteuersatz, die Einkommensteuerbefreiung und den KfW-Kredit 270. Regionale Zuschüsse sind die Ausnahme.

Der entscheidende Punkt in diesem Herbst ist der Zeitpunkt: Nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 sichern sich nur Anlagen mit Inbetriebnahme bis Ende 2026 die feste Einspeisevergütung für 20 Jahre. Danach lohnt sich Photovoltaik weiterhin – aber vor allem für Haushalte, die ihren Solarstrom überwiegend selbst nutzen.

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Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage 2026 noch?

Ja. Realistisch amortisiert sich eine Anlage nach rund 11 bis 13 Jahren und läuft danach noch viele Jahre. Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich zudem die feste Einspeisevergütung für 20 Jahre, die nach dem EEG-2027-Entwurf für neue Anlagen entfallen soll.

Wie schnell amortisiert sich eine PV-Anlage?

Bei heutigen Strompreisen typischerweise nach 11 bis 13 Jahren. Hoher Eigenverbrauch, ein sonniger Standort und steigende Strompreise verkürzen die Zeit. Angaben von sieben Jahren oder weniger beruhen meist auf unrealistisch hohen Eigenverbrauchsquoten oder lassen die laufenden Kosten weg.

Lohnt sich die Volleinspeisung?

Für Haushalte mit sehr geringem Tagesverbrauch kann sie sich lohnen: Mit 12,22 ct/kWh amortisiert sich eine 10-kWp-Anlage nach rund 13 bis 14 Jahren. Für die meisten Familien ist die Teileinspeisung aber wirtschaftlicher. Nach dem EEG-2027-Entwurf soll der höhere Volleinspeisesatz für Neuanlagen ab 2027 entfallen.

Brauche ich einen Batteriespeicher?

Nicht zwingend. Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch von rund 25 auf 55 bis 70 Prozent, kostet aber 3.000 bis 7.000 Euro zusätzlich. Besonders sinnvoll ist er bei hohem Abendverbrauch, mit Wärmepumpe oder E-Auto – und für Anlagen ab 2027, wenn eingespeister Strom weniger bringen soll.

Welche Förderungen gibt es?

Den Nullsteuersatz, die Einkommensteuerbefreiung bis 30 kWp je Einheit und den KfW-Kredit 270. Zuschüsse vom Bund – etwa von KfW oder BAFA – gibt es für private PV-Anlagen nicht. Regionale Zuschüsse bieten nur noch einzelne Städte und Energieversorger.

Was ändert sich 2027?

Nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen ab dem 1. Januar 2027 durch eine auf 36 Monate befristete Übergangszahlung ersetzt werden; danach wird der Strom am Markt vermarktet. Der Entwurf ist noch kein Gesetz. Anlagen mit Inbetriebnahme bis Ende 2026 sollen ihre 20-jährige Vergütung behalten.

Welche Anlagengröße brauche ich?

Für einen Vier-Personen-Haushalt ohne Wärmepumpe sind rund 7 bis 10 kWp üblich, mit Wärmepumpe oder E-Auto 10 bis 15 kWp. Bei den heutigen Modulpreisen lohnt es sich meist, das Dach großzügig zu belegen.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

Module halten meist 25 bis 30 Jahre und haben entsprechende Leistungsgarantien. Wechselrichter und Speicher müssen in der Regel nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden.

Erzeugt eine PV-Anlage auch im Winter Strom?

Ja, aber deutlich weniger. Rund zwei Drittel des Jahresertrags fallen im Sommerhalbjahr an. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt im Dezember nur etwa ein Siebtel dessen, was sie im Juni liefert.

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