Dread-Disease-Versicherung: Eine Alternative gegen Berufsunfähigkeit?

Dread-Disease-Versicherung: Eine Alternative gegen Berufsunfähigkeit?

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Wussten Sie, dass eine Dread-Disease-Versicherung die volle Summe auszahlt, selbst wenn Sie nach der Diagnose gesund werden und weiterarbeiten – bei einer schweren Depression oder einem chronischen Rückenleiden dagegen keinen einzigen Cent? Genau diese Logik unterscheidet sie grundlegend von einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer beide Produkte verwechselt, zahlt jahrelang für einen Schutz, der die häufigsten Ausfallursachen gar nicht kennt.

In diesem Ratgeber sehen Sie, wie die Schwere-Krankheiten-Vorsorge funktioniert, in welchen vier Situationen sie ein starkes Werkzeug ist und warum Verbraucherschützer sie erst an vierter Stelle der Absicherungshierarchie einordnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dread-Disease-Versicherung zahlt eine einmalige Kapitalsumme bei Diagnose – keine monatliche Rente.
  • Ob Sie danach arbeitsunfähig werden, ist für den Anspruch vollkommen irrelevant.
  • Psychische Erkrankungen und Leiden des Bewegungsapparats sind in Standardtarifen ausgeschlossen – zusammen 57 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle.
  • Nach der Vollleistung erlischt der Vertrag, spätere Erkrankungen sind nicht mehr versichert.
  • Für Privatpersonen ist die Kapitalauszahlung einkommensteuerfrei.
  • Verbraucherschützer ordnen das Produkt auf Stufe 4 der Arbeitskraftabsicherung ein – nach BU, EU und Grundfähigkeitsversicherung.

Wie die Dread-Disease-Versicherung funktioniert

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Einkommensersatzversicherung. Nach § 172 Abs. 2 VVG leistet sie, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu weniger als 50 Prozent ausüben können. Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern ihre Auswirkung auf Ihren Arbeitsalltag. Gezahlt wird eine monatliche Rente, in der Regel bis zum 67. Lebensjahr.

Die Dread-Disease-Versicherung folgt einer anderen Bauart. Sie ist eine diagnosebasierte Summenversicherung: Der Anspruch entsteht in dem Moment, in dem ein Facharzt eine im Versicherungsschein namentlich genannte Erkrankung feststellt und diese den vertraglich geforderten Schweregrad erreicht. Ob Sie danach im Beruf bleiben, spielt keine Rolle. Nach Ablauf der vereinbarten Überlebensfrist fließt die Summe auf einen Schlag – und damit ist der Vertrag erfüllt und erlischt.

Systemischer ParameterBerufsunfähigkeitsversicherungDread-Disease-Versicherung
Primäre LeistungsformMonatliche laufende Rente zur LebenshaltungEinmalige Kapitalzahlung zur freien Verfügung
PrüfungsgegenstandGrad der Beeinträchtigung im konkreten Beruf (mind. 50 %)Exakter medizinischer Befund gemäß Krankheitskatalog
Kausale OffenheitJede medizinische Ursache ist abgedecktNur explizit genannte Krankheiten sind versichert
Relevanz der ErwerbsfähigkeitZwingend, der Erwerbsausfall muss nachgewiesen werdenIrrelevant, Zahlung erfolgt auch bei voller Erwerbsfähigkeit
Psychische LeidenVollumfänglich integriertIn Standardtarifen ausgeschlossen
BewegungsapparatVollumfänglich integriertAusnahmslos ausgeschlossen
Vertrag nach der LeistungBleibt bestehen, Rente läuft bis Ablauf oder BesserungErlischt nach der Vollleistung
Typischer VerwendungszweckErsatz des monatlichen NettoeinkommensSchuldentilgung, Spezialtherapien, Umbauten

Die vierte Zeile ist der Schlüssel zum Verständnis: Die BU fragt, ob Sie noch arbeiten können. Die Dread-Disease-Police fragt das nie.

Merksatz: Die BU versichert Ihr Einkommen, die Dread-Disease-Police eine Liste von Diagnosen.

Weiterführend: Berufsunfähigkeitsversicherung sinnlos? Wann sich eine BU wirklich lohnt – und wann nicht

Die Ursachenlücke: Wogegen die Police nicht schützt

Die Ursachenlücke: Wogegen die Police nicht schützt
Bild: Checkfox.de

Ein Absicherungsprodukt taugt genau so viel, wie es die realen Ausfallursachen trifft. Erhebungen des Analysehauses Morgen & Morgen zur Ursachenverteilung bei Berufsunfähigkeitsfällen zeigen eine klare Rangfolge – und eine ebenso klare Lücke.

UrsachenkategorieAnteil an allen LeistungsfällenÜber Dread-Disease-Standardtarife versichert?
Nerven- und psychische Erkrankungen39,0 %Nein, systematischer Ausschluss
Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats18,0 %Nein, systematischer Ausschluss
Krebserkrankungen und bösartige Neubildungen16,0–17,0 %Ja, sofern die Invasivitätskriterien erfüllt sind
Sonstige Erkrankungen und Organleiden14,0 %Teilweise, nur bei spezifischen Diagnosen
Unfälle7,0 %Teilweise, nur bei Schwerstinvalidität oder Koma
Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems6,0 %Ja, bei nachgewiesenen irreversiblen Gewebeschäden

Quelle: Auswertungen von Morgen & Morgen zur Ursachenverteilung bei Berufsunfähigkeit. Andere Analysehäuser kommen zu leicht abweichenden Werten, die Rangfolge bleibt aber stabil.

Die ersten beiden Zeilen summieren sich auf 57 Prozent. Wer ausschließlich eine Dread-Disease-Police besitzt, geht damit in fast sechs von zehn Fällen leer aus – und zwar in genau den Fällen, die statistisch am wahrscheinlichsten sind. Die Verbraucherzentrale formuliert deshalb deutliche Zweifel an der Eignung als Berufsunfähigkeitsschutz.

Unser Tipp: Fragen Sie sich vor jedem Abschluss, welches Risiko in Ihrem Beruf realistisch ist – bei Bürotätigkeit ist es die Psyche, im Handwerk der Rücken. Beides deckt die Police nicht ab.

Weiterführend: Berufsunfähigkeitsversicherung bei Depression – Leistung, Anerkennung & Abschluss

Einmalzahlung oder monatliche Rente? Die Rechnung

Einmalzahlung oder monatliche Rente? Die Rechnung
Bild: Checkfox.de

Selbst dort, wo die Dread-Disease-Versicherung leistet, stellt sich die Frage nach der Höhe. Eine Einmalsumme muss den Ausfall über Jahrzehnte tragen, wenn sie den Einkommensschutz ersetzen soll.

Monatlicher NettoausfallKapitalbedarf über 10 JahreKapitalbedarf über 20 JahreKapitalbedarf über 30 Jahre
1.500 €180.000 €360.000 €540.000 €
2.000 €240.000 €480.000 €720.000 €
2.500 €300.000 €600.000 €900.000 €

Reine Multiplikation ohne Dynamik, Inflation oder Kapitalerträge. Die Tabelle zeigt die Größenordnung, die eine Einmalsumme abdecken müsste.

In der Beratungspraxis werden Dread-Disease-Verträge meist mit Summen zwischen 50.000 und 150.000 Euro abgeschlossen, weil höhere Summen die Prämie stark verteuern. Eine Absicherung über 100.000 Euro deckt Behandlungskosten, Umbauten oder eine Übergangsphase gut ab. Für den Erhalt des Lebensstandards bis zum Renteneintritt reicht sie nicht annähernd.

Merksatz: Die Dread-Disease-Summe löst ein Liquiditätsproblem, kein Einkommensproblem.

Wann eine Dread-Disease-Versicherung wirklich sinnvoll ist

Wann eine Dread-Disease-Versicherung wirklich sinnvoll ist
Bild: Checkfox.de

In vier Konstellationen spielt das Produkt seine Stärke aus – und die liegt genau dort, wo eine monatliche Rente zu langsam oder zu unflexibel wäre.

Immobilienbesitzer mit laufendem Kredit

Wer eine hohe Hypothek bedient, gerät bei schwerer Krankheit schnell in eine Schieflage. Erleidet der Hauptverdiener einen Herzinfarkt oder erkrankt an Krebs, zahlt die Police die vereinbarte Summe sofort aus. Damit lässt sich das Darlehen auf einen Schlag tilgen. Die monatliche Belastung sinkt unabhängig davon, wie die berufliche Rückkehr später verläuft.

Unternehmen und Selbstständige: Keyperson-Absicherung

Fällt in einem mittelständischen Betrieb der führende Entwickler oder ein Vertriebsvorstand für 18 Monate aus, drohen Umsatzeinbrüche und Projektstrafen. Eine auf diese Person abgeschlossene Police verschafft dem Unternehmen liquide Mittel für Interim-Manager oder zur Überbrückung. Für Personen- und Kapitalgesellschaften ist das inzwischen ein eigenes Anwendungsfeld.

Nach Ablehnung bei BU und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Wer wegen einer Psychotherapie vor vier Jahren oder wegen chronischer Rückenbeschwerden bei BU- und EU-Versicherern abgelehnt wurde, findet hier einen Teilschutz. Abgesichert sind dann zumindest die schweren organischen Zäsuren: Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Organtransplantationen.

Weiterführend: Bei welchen Krankheiten bekommt man keine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Finanzierung von Spitzenmedizin und Eigenanteilen

Moderne Krebstherapien, experimentelle Immuntherapien oder Behandlungen bei internationalen Spezialisten werden von den Krankenversicherungen nicht immer vollständig übernommen. Das steuerfreie Kapital schafft hier Handlungsspielraum.

Wann Sie besser die Finger davon lassen

Kritisch wird es, wenn junge Angestellte ohne Immobilienkredit die Police für einen vollwertigen Einkommensschutz halten. Fällt eine solche Person wegen einer schweren Depression, eines Burnouts oder einer Wirbelsäulenerkrankung dauerhaft aus, leistet der Vertrag nicht. In dieser Konstellation wiegt die falsche Sicherheit schwerer als gar keine Versicherung, weil sie den Abschluss einer passenden Absicherung verhindert.

Weiterführend: Berufsunfähigkeitsversicherung nur bis 60 Jahre – sinnvoll oder riskant?

Das Kleingedruckte: Schweregrade, Wartezeiten, Überlebensfristen

Das Kleingedruckte: Schweregrade, Wartezeiten, Überlebensfristen
Bild: Checkfox.de

Bei der BU entscheidet ein Gutachten über die Beeinträchtigung im Arbeitsleben. Bei Dread Disease gilt der klinische Nachweis: Die Diagnose muss in Wortlaut und Befund exakt den Kriterien im Versicherungsschein entsprechen.

  • Krebs: Gefordert wird der Nachweis eines bösartigen Tumors mit unkontrolliertem Wachstum und Gewebeinvasion. Frühstadien, ein Carcinoma in situ, präkanzeröse Veränderungen oder ein Basalzellkarzinom lösen in der Regel keine Leistung aus.
  • Herzinfarkt: Typischer Brustschmerz und ein Anstieg der Herzenzyme genügen meist nicht. Verlangt wird der dokumentierte Nachweis abgestorbenen Herzmuskelgewebes mit passenden EKG-Veränderungen und bleibenden Wandbewegungsstörungen.
  • Schlaganfall: Eine vorübergehende Durchblutungsstörung ohne dauerhafte Gewebeschädigung ist ausdrücklich ausgeschlossen. Die neurologischen Ausfälle müssen üblicherweise vier Wochen bis drei Monate ununterbrochen anhalten.

Hinzu kommen zwei zeitliche Hürden. Für bestimmte Krankheitsbilder, allen voran Krebs, gilt nach Vertragsbeginn eine Wartezeit von drei bis sechs Monaten. Und die versicherte Person muss die Diagnose eine Überlebensfrist von 14 bis 28 Tagen überstehen, bei Koma oder Hirntumoren teilweise bis zu drei Monate.

FallstrickWas dann passiertSo vermeiden Sie es
Krankheitskatalog nicht gelesenDie Diagnose fällt nicht unter die versicherten ErkrankungenDefinitionen und Schweregrade vor Abschluss Wort für Wort prüfen
Diagnose während der WartezeitDer Versicherer verweigert die Leistung vollständigWartezeit im Bedingungswerk nachlesen und einplanen
Tod innerhalb der ÜberlebensfristDer Anspruch auf die Kapitalzahlung verfälltZusätzliche Todesfallsumme vereinbaren oder Tarif mit kurzer Frist wählen
Police als Einkommensschutz missverstandenBei Psyche oder Rücken erfolgt keine ZahlungZuerst BU oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung prüfen lassen
Summe zu niedrig angesetztDas Kapital deckt die Restschuld nichtBedarf an konkreten Verbindlichkeiten ausrichten, nicht am Beitrag
Vertrag nach Leistung nicht ersetztFür die zweite Erkrankung besteht kein Schutz mehrErlöschensregel kennen und Anschlusslösung mitdenken

Auffällig ist: Fast alle Fallstricke entstehen im Bedingungswerk, nicht im Beitrag. Genau deshalb lohnt sich hier ein spezialisierter Blick von außen.

Unser Tipp: Lassen Sie sich die Definitionen für Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall vor Abschluss im Wortlaut zeigen und vergleichen Sie sie zwischen zwei Anbietern – die Unterschiede sind erheblich.

Antrag und Gesundheitsprüfung

Antrag und Gesundheitsprüfung
Bild: Checkfox.de

Die Vorstellung, eine Dread-Disease-Police sei leichter zu bekommen als eine BU, hält sich hartnäckig. Tatsächlich ist die Risikoprüfung ähnlich streng. Antragsteller müssen Fragen zu Behandlungen, Operationen und Medikamenten der letzten fünf bis zehn Jahre wahrheitsgemäß beantworten. Bei Vorerkrankungen verlangen die Risikoprüfer zusätzliche medizinische Erklärungsbögen, etwa zu Bluthochdruck, Asthma, Schilddrüsenstörungen oder Gelenkleiden.

Zwei Vorsichtsmaßnahmen gehören deshalb zu jedem Antrag:

Die anonyme Risikovoranfrage. Wird ein Erstantrag direkt eingereicht und wegen Vorerkrankungen abgelehnt, folgt häufig ein Eintrag in die HIS-Wagnisdatei der deutschen Versicherer. Spätere Anträge bei anderen Gesellschaften werden dadurch massiv erschwert. Ein unabhängiger Makler übermittelt die Gesundheitsdaten stattdessen ohne Klarnamen an mehrere Häuser parallel.

Die saubere Aufbereitung der Krankengeschichte. Eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht nach § 19 VVG berechtigt den Versicherer noch Jahre später zum Rücktritt. In der Beratungspraxis hat sich dafür die 11-W-Formel etabliert: Was war wann, weshalb, von wem wie behandelt, welches Ergebnis, wann war es wieder weg.

Merksatz: Eine Ablehnung lässt sich nicht zurücknehmen – eine anonyme Voranfrage dagegen beliebig oft stellen.

Steuern: privat steuerfrei, betrieblich steuerpflichtig

Steuern: privat steuerfrei, betrieblich steuerpflichtig
Bild: Checkfox.de

Ob die Auszahlung ungeschmälert ankommt, hängt davon ab, wer Vertragspartner ist.

Bei privaten Verträgen der 3. Schicht lassen sich die Beiträge zwar als sonstige Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG ansetzen. Praktisch verpufft dieser Effekt bei den meisten Steuerzahlern, weil die Höchstbeträge von 1.900 Euro für Angestellte und Beamte und 2.800 Euro für Selbstständige bereits durch die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ausgeschöpft sind.

Dafür ist die Kapitalleistung im Ernstfall vollständig einkommensteuerfrei, was das Bundesministerium der Finanzen mit Schreiben vom 1. Oktober 2009 klargestellt hat. Auch für freiwillig gesetzlich Versicherte entstehen dadurch keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Bei der betrieblichen Keyperson-Absicherung dreht sich das Bild um.

DimensionPrivate Absicherung (Schicht 3)Betriebliche Keyperson-Absicherung
Vertragspartner und BegünstigterPrivatpersonArbeitgeber oder Unternehmen
Behandlung der Beiträge§ 10 EStG, meist ohne Effekt wegen HöchstbeträgenVollumfänglich als Betriebsausgabe abzugsfähig
Steuerstatus der Auszahlung100 % steuerfreiSteuerpflichtige Betriebseinnahme
Effekt auf GKV-BeiträgeKeine BeitragsbelastungAuf Unternehmensebene nicht relevant
Kalkulation der SummeBrutto entspricht NettoBruttosumme muss den Steuerabzug einrechnen

Die letzte Zeile ist in der Praxis die wichtigste: Wer als Unternehmen 500.000 Euro netto benötigt, muss die Versicherungssumme um die erwartete Ertragsteuer erhöhen.

Merksatz: Privat ist die Auszahlung brutto gleich netto, im Betrieb nicht.

Der Markt: wenige Anbieter, große Unterschiede

Anders als im BU-Sektor mit Dutzenden Gesellschaften konzentriert sich das Dread-Disease-Geschäft auf wenige spezialisierte Anbieter. Ein Unterscheidungsmerkmal verdient dabei besondere Aufmerksamkeit: die Beitragskalkulation. Einige Häuser garantieren die Prämie über die gesamte Laufzeit, andere legen Teile der Reserven am Kapitalmarkt an und können bei schwacher Fondsentwicklung nachfordern.

GesellschaftTarifMarktstellung / DFSI-BewertungBeitragsstrukturWichtigste Merkmale
Canada LifeSchwere Krankheiten VorsorgeMarktführerGarantierter BeitragÜber 40 Diagnosen, beitragsfreie Kinder-Mitversicherung
Prisma LifePrisma MomentsNote „Hervorragend" (DFSI)Tarifvarianten wählbarDetaillierte Einstufung bei Krebs-Frühstadien und Teilleistungen
NürnbergerErnstfallSchutz PremiumNote „Hervorragend" (DFSI)Garantierter BeitragGut kombinierbar mit Grundfähigkeitsbausteinen
GothaerPerikonEtablierter MarktteilnehmerVariabel, fondsgebundenStandardmäßig integrierter Todesfallschutz
Zurich LifeEagle Star Krankheits-SchutzbriefEtablierter SpezialistFeste BeitragsgarantieKlare Definitionen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die BayerischePremium ProtectEtablierter NischenanbieterGarantierter BeitragModulare Einbindung in Biometrie-Konzepte

Marktübersicht unter Einbeziehung von Testergebnissen des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI). Tarifmerkmale können sich ändern.

Zwei Muster fallen auf: Die Mehrheit der Anbieter arbeitet mit Beitragsgarantie, und die Unterschiede liegen weniger im Preis als im Umfang des Krankheitskatalogs.

Unser Tipp: Prüfen Sie zuerst, ob der Beitrag über die gesamte Laufzeit garantiert ist – eine Nachforderung nach 15 Jahren trifft Sie in einer Lebensphase, in der ein Wechsel kaum noch möglich ist.

Die Prüfreihenfolge: Wo Dread Disease wirklich steht

Verbraucherzentralen und Finanztip empfehlen eine feste Reihenfolge bei der Absicherung der Arbeitskraft.

  1. Berufsunfähigkeits- oder Dienstunfähigkeitsversicherung. Das umfassendste Instrument, weil es bei allen medizinischen Ursachen leistet und das Einkommen fortlaufend sichert. Für Beamte ist die Dienstunfähigkeitsversicherung mit Amtsarztklausel das Pendant.
  2. Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Wenn die BU an Vorerkrankungen oder an der Prämie scheitert, folgt die EU. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn keine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt mehr als drei Stunden täglich möglich ist – und deckt dabei auch psychische Erkrankungen ab.
  3. Grundfähigkeitsversicherung. Sie leistet beim Verlust definierter Basisfähigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen oder Greifen. Weil die Kalkulation nicht am Berufsrisiko hängt, ist sie für körperlich Tätige oft bezahlbar.
  4. Dread-Disease-Versicherung. Erst hier folgt die Schwere-Krankheiten-Vorsorge, als gezielter Notfallschutz oder als Kapitalabsicherung für konkrete Verbindlichkeiten.

Nicht empfohlen werden dagegen zwei Wege: Die reine Unfallversicherung deckt nur rund 7 Prozent aller Ursachen ab und taugt nicht als Arbeitskraftschutz. Multi-Risk-Policen, die Unfall, Pflege, Grundfähigkeiten und schwere Krankheiten bündeln, kritisieren Verbraucherschützer wegen Transparenzmängeln, unfallbasierter Kündigungsrechte und des üblichen Ausschlusses psychischer Risiken.

Weiterführend: Private Unfallversicherung im Vergleich

Fazit: Ergänzung, kein Ersatz

Die Dread-Disease-Versicherung ist keine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie schützt gegen organische Katastrophen und lässt die beiden häufigsten Ausfallursachen unversichert. Als alleiniger Schutz gegen Berufsunfähigkeit erzeugt sie ein Sicherheitsgefühl, das im Ernstfall nicht trägt.

Als Ergänzungsprodukt ist sie dagegen stark:

  • Bei Immobilienkrediten tilgt die Einmalsumme die Restschuld in einem Schritt
  • In Unternehmen sichert sie die Liquidität beim Ausfall einer Schlüsselkraft
  • Nach Ablehnungen bleibt sie oft der letzte verfügbare Teilschutz
  • Bei Spitzenmedizin verschafft das steuerfreie Kapital echten Handlungsspielraum

Was nun?

Der erste Schritt sollte immer derselbe sein: klären, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung erreichbar ist. Häufiger als erwartet ist sie das auch bei Vorerkrankungen oder in handwerklichen Berufen. Im Berufsunfähigkeitsversicherungs-Vergleich von Checkfox sehen Sie, welche Tarife zu Ihrem Beruf passen – kostenlos und unverbindlich.

Weil sich die Krankheitsdefinitionen zwischen den Anbietern stark unterscheiden, ist bei Dread-Disease-Verträgen zusätzlich die Begleitung durch einen spezialisierten Versicherungsmakler sinnvoll.

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Häufig gestellte Fragen

Zahlt die Dread-Disease-Versicherung bei Burnout oder Depression?

Nein. Psychische Erkrankungen sind in Standardtarifen ausgeschlossen, unabhängig vom Schweregrad. Damit bleibt die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit ungeschützt.

Was passiert nach der Auszahlung mit dem Vertrag?

Mit der Vollleistung ist der Vertrag erfüllt und erlischt. Für später auftretende Erkrankungen besteht kein Versicherungsschutz mehr. Wer erneut abgesichert sein möchte, braucht einen neuen Vertrag – mit neuer Gesundheitsprüfung.

Muss ich die Kapitalleistung versteuern?

Als Privatperson nicht. Die Auszahlung aus einem privaten Vertrag der 3. Schicht ist einkommensteuerfrei. Erhält dagegen ein Unternehmen die Summe aus einer Keyperson-Police, handelt es sich um eine steuerpflichtige Betriebseinnahme.

Bekomme ich die Leistung auch, wenn ich weiterarbeite?

Ja. Der Anspruch entsteht mit der qualifizierten Diagnose. Ob Sie danach im Beruf bleiben, vollständig genesen oder Ihre Tätigkeit wechseln, ist für die Auszahlung ohne Bedeutung.

Was gilt bei Krebs im Frühstadium?

Die Bedingungen verlangen üblicherweise einen bösartigen Tumor mit invasivem Wachstum. Ein Carcinoma in situ, präkanzeröse Veränderungen oder ein Basalzellkarzinom lösen meist keinen Anspruch aus. Einzelne Tarife bieten dafür abgestufte Teilleistungen.

Reicht eine Dread-Disease-Versicherung als Berufsunfähigkeitsschutz?

Für die meisten Erwerbstätigen nicht. Sie deckt weder psychische noch orthopädische Ursachen ab und zahlt eine Einmalsumme statt eines laufenden Einkommens. Als alleinige Absicherung der Arbeitskraft ist sie deshalb ungeeignet.

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