Wussten Sie, dass rund jeder vierte Erwerbstätige vor dem Rentenalter berufsunfähig wird – die gesetzliche Erwerbsminderungsrente aber im Schnitt nur etwa 625 € monatlich beträgt? Diese Lücke kann existenziell sein. Ein Berufsunfähigkeitsversicherungs-Rechner hilft, schnell zu prüfen, welche Absicherung sinnvoll ist und mit welchen Beiträgen Sie rechnen müssen.
Doch wie zuverlässig sind solche Rechner? Und was sagen die Ergebnisse wirklich aus? In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein BU-Rechner im Detail funktioniert, welche Faktoren die Berechnung beeinflussen und wo die Grenzen dieser Tools liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein BU-Rechner liefert eine erste Beitragsindikation, aber kein verbindliches Angebot
- Grundlage sind Angaben zu Alter, Beruf, Rentenhöhe und Laufzeit
- Empfohlen werden 70–80 % des Nettoeinkommens als BU-Rente
- Die Gesundheitsprüfung erfolgt erst im offiziellen Antrag
- Preisunterschiede zwischen den Berufsgruppen können bis zu 300 % betragen
- Ein strukturierter Vergleich ist aussagekräftiger als ein Einzelrechner
Wie funktioniert ein Berufsunfähigkeitsversicherungs-Rechner?
Ein BU-Rechner ist ein Online-Tool, das anhand weniger Angaben eine ungefähre Beitragshöhe kalkuliert. Anbieter wie die Allianz oder Vergleichsportale nutzen dafür versicherungsmathematische Modelle.
Typische Eingaben im Rechner
- Geburtsdatum / Eintrittsalter
- Aktueller Beruf
- Monatliches Nettoeinkommen
- Gewünschte BU-Rente
- Laufzeit (meist bis 67 Jahre)
- Angaben zu Raucherstatus oder riskanten Hobbys
Wichtiger Hinweis: Je detaillierter Ihre Angaben, desto realistischer die Beitragsindikation.
Welche Faktoren beeinflussen das Ergebnis?
Beispielrechnungen
- Ein 30-jähriger Mathematiker mit 1.000 € BU-Rente bis 67 zahlt laut Marktbeispiel ab etwa 25 € monatlich (nach Überschussanteilen).
- Ein Dachdecker gleichen Alters kann dagegen deutlich über 150 € zahlen – allein aufgrund der höheren Risikoklasse.
Unser Zwischenfazit:
Ein BU-Rechner ist ein sinnvoller erster Schritt. Er ersetzt jedoch keine individuelle Risikoprüfung oder detaillierte Tarifanalyse. Gerade bei Gesundheitsfragen oder komplexen Berufsprofilen können die tatsächlichen Beiträge deutlich abweichen.
Was zeigt ein BU-Rechner – und was nicht?

Ein Berufsunfähigkeitsversicherungs-Rechner liefert eine erste Beitragsorientierung. Er berechnet anhand weniger Angaben einen voraussichtlichen Monatsbeitrag. Doch er ersetzt keine vollständige Tarifprüfung.
Was ein BU-Rechner zeigt
- Voraussichtlicher Nettobeitrag (Zahlbeitrag)
- Möglicher Bruttobeitrag (garantierter Höchstbeitrag)
- Beitrag bei gewählter Rentenhöhe
- Beitrag je nach Laufzeit (z. B. bis 65 oder 67)
- Grobe Einordnung der Berufsgruppe
Einige Rechner – etwa von Allianz oder von Vergleichsportalen wie Check24 – zeigen zusätzlich Tarifvarianten oder Leistungsoptionen an.
Was ein BU-Rechner nicht zeigt
- Individuelle Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen
- Konkrete Annahmeentscheidung des Versicherers
- Detaillierte Vertragsbedingungen
- Leistungsausschlüsse
- Nachprüfungsklauseln
- Unterschiede bei abstrakter Verweisung
Die eigentliche Risikoprüfung erfolgt erst im offiziellen Antrag.
Wichtiger Hinweis: Gerade bei psychischen Vorerkrankungen oder körperlich belastenden Berufen können die tatsächlichen Beiträge deutlich vom Rechnerergebnis abweichen.
Netto- vs. Bruttobeitrag beachten
Viele Rechner zeigen einen attraktiven Nettobeitrag. Dieser basiert auf aktuellen Überschüssen.
Ein Rechner zeigt meist den niedrigeren Nettobeitrag – entscheidend ist jedoch, ob Sie im Zweifel auch den Bruttobeitrag tragen könnten.
Der Unterschied zwischen Netto- und Bruttobeitrag entsteht durch die Überschussbeteiligung des Versicherers. Diese ist nicht garantiert. Sinkende Überschüsse können dazu führen, dass der Zahlbeitrag steigt – maximal bis zum vereinbarten Bruttobeitrag.
Wie realistisch sind die berechneten Beiträge?

Die Genauigkeit hängt von Ihren Angaben ab. Je präziser Sie Beruf und Tätigkeiten beschreiben, desto realistischer ist das Ergebnis.
Typische Abweichungen entstehen durch:
- Ungenaue Berufsangabe (z. B. „Manager“ statt konkrete Tätigkeit)
- Fehlende Angaben zu Nebentätigkeiten
- Unbekannte Vorerkrankungen
- Raucherstatus
- Risikohobbys (z. B. Motorsport, Klettern)
Beispiel: Einfluss der Berufsgruppe
Beispielbeiträge für Eintrittsalter 30 Jahre, Laufzeit bis 67 Jahre, Nichtraucher, ohne Vorerkrankungen, gute Tarifbedingungen. Individuelle Beiträge können je nach Versicherer und Gesundheitsprüfung abweichen.
Die Unterschiede entstehen durch statistische Risikoklassen. Körperlich belastende Berufe werden deutlich höher eingestuft.
Unser Fazit:
Ein BU-Rechner liefert Ihnen eine brauchbare Orientierung, aber keine verbindliche Kalkulation. Für eine fundierte Entscheidung sind zusätzlich wichtig:
- Leistungsdefinition (50 %-Regel)
- Verzicht auf abstrakte Verweisung
- Nachversicherungsmöglichkeiten
- Stabilität des Versicherers
Ein strukturierter Vergleich ist daher aussagekräftiger als die Nutzung eines einzelnen Rechners.
Worauf sollten Sie bei einem BU-Rechner achten?

Nicht jeder Berufsunfähigkeitsversicherungs-Rechner liefert gleich aussagekräftige Ergebnisse. Neben der reinen Beitragshöhe sollten Sie auf folgende Punkte achten:
1. Transparenz der Berechnungsgrundlage
Ein guter Rechner zeigt:
- Ob der angezeigte Beitrag der Netto- oder Bruttobeitrag ist
- Welche Laufzeit hinterlegt wurde (z. B. bis 67 Jahre)
- Welche Rentenhöhe kalkuliert wird
- Welche Berufsgruppe angenommen wurde
Fehlen diese Angaben, ist das Ergebnis schwer einzuordnen.
2. Realistische Rentenhöhe wählen
Empfohlen werden in der Regel 70–80 % des Nettoeinkommens.
Wichtiger Hinweis: Zu niedrige Renten wirken im Rechner günstig – sichern aber Ihren Lebensstandard nicht ausreichend.
3. Leistungsdefinition prüfen
Ein Rechner zeigt meist nur Zahlen, nicht die Qualität des Vertrags. Achten Sie zusätzlich auf:
- Leistung ab 50 % Berufsunfähigkeit
- Verzicht auf abstrakte Verweisung
- Prognosezeitraum von 6 Monaten
- Nachversicherungsgarantie
- Dynamik im Leistungsfall
Hier unterscheiden sich die Tarife unseren Erfahrungen zufolge deutlich.
4. Gesundheitsprüfung nicht unterschätzen
Ein Online-Rechner berücksichtigt keine individuellen Vorerkrankungen. Die tatsächliche Annahmeentscheidung erfolgt erst im Antrag – auf Basis Ihrer Gesundheitsangaben.
Gerade bei psychischen Vorerkrankungen oder körperlich belastenden Tätigkeiten können Zuschläge entstehen.
5. Einzelrechner vs. Vergleich
Ein BU-Rechner eines einzelnen Versicherers zeigt nur dessen Tarifwelt. Ein strukturierter Vergleich verschiedener Anbieter ermöglicht:
- Transparente Gegenüberstellung der Bedingungen
- Einschätzung der Beitragsstabilität
- Erkennung von Leistungsunterschieden
Gerade bei komplexen Berufsprofilen ist das aussagekräftiger als ein isoliertes Tool.
Fazit: BU-Rechner als Startpunkt – nicht als Entscheidung

Ein Berufsunfähigkeitsversicherungs-Rechner ist ein sinnvoller erster Schritt. Er liefert schnell eine Beitragsorientierung und hilft, eine realistische Rentenhöhe zu wählen.
Er ersetzt jedoch keine:
- Individuelle Risikoprüfung
- Detailanalyse der Vertragsbedingungen
- Anbieterübergreifende Marktübersicht
Gerade weil Preisunterschiede je nach Beruf bis zu 300 % betragen können , lohnt sich ein strukturierter Vergleich.
Ihr nächster Schritt:
Nutzen Sie unseren unabhängigen Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung, um Beiträge, Bedingungen und Leistungsstärke transparent gegenüberzustellen – und nicht nur eine Zahl aus einem Einzelrechner zu betrachten.
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Häufig gestellte Fragen
Ist ein BU-Rechner verbindlich?
Nein. Das Ergebnis ist unverbindlich und stellt kein Vertragsangebot dar.
Warum unterscheiden sich die Ergebnisse verschiedener Rechner?
Unterschiedliche Kalkulationsmodelle, Berufsgruppeneinstufungen und Überschussannahmen führen zu abweichenden Beiträgen.
Zeigt der Rechner schon Risikozuschläge an?
Nein. Individuelle Gesundheitsprüfungen erfolgen erst im Antrag.
Welche Rentenhöhe sollte ich berechnen?
In der Regel 70 bis 80 % Ihres Nettoeinkommens.
Kann ich eine BU ohne Gesundheitsfragen berechnen?
Ja, berechnen können Sie die Beiträge. Ob der Vertrag ohne Einschränkungen angenommen wird, zeigt sich aber erst in der Risikoprüfung.




